Risiko inzwischen eher begrenzt
Bayer schließt weitere Lipobay-Vergleiche

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat sich in den USA mit weiteren Klägern im Fall Lipobay außergerichtlich geeinigt.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben in Oregon und Mississippi bei einigen Fälle Vergleiche geschlossen, die für Anfang Juli angesetzt waren", sagte eine Bayer-Sprecherin am Dienstag. Nach Einschätzung von Bayer werden im Juli keine weiteren Fälle vor Gericht kommen. Der Chemie- und Pharmakonzern hatte den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können. Insgesamt wurden rund 100 Todesfälle mit dem Medikament in Verbindung gebracht. Die Bayer-Aktie büßte im Handelsverlauf ein, was Analysten aber vor allem mit Gewinnmitnahmen begründeten.

Bayer ist wegen des Medikaments mit rund 9400 Klagen konfrontiert. Vor wenigen Wochen hatte der Konzern mitgeteilt, inzwischen 888 außergerichtliche Vergleiche geschlossen zu haben. In Minneapolis läuft derzeit ein Zulassungsverfahren für eine Lipobay-Sammelklage, dem Analysten hinsichtlich der Abschätzung der Lipobay-Risiken für Bayer große Bedeutung beimessen.

Die Bayer-Aktie lag am Dienstag in einem etwas festeren Gesamtmarkt mit 2,8 % im Minus bei 19,73 ?. "Generell ist die Chemie heute schwächer als der Gesamtmarkt", kommentierte Chemie-Analyst Bernd Schnarr von der WGZ-Bank die Kursentwicklung. Bayer sei zudem zuletzt gut gelaufen. "Solche Werte kommen daher etwas stärker unter Druck", sagte Schnarr. Das Lipobay-Risiko scheint nach Einschätzung des Analysten für Bayer inzwischen eher begrenzt zu sein. Alles warte nun auf die Entscheidung zu Sammelklagen, sagte Schnarr. Hier liege noch das größte Risiko für Bayer, schätzte der Experte.

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