Risiko ist nicht zu leugnen
Clement sieht keine konkreten Deflationsgefahren

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sieht nach eigenen Worten für Deutschland und die USA das Risiko einer Deflation. "Es gibt auch deflationäre Risiken, aber es gibt keine konkreten Gefahren", sagte Clement am Mittwoch in Berlin.

Reuters BERLIN. Es spreche einiges dafür, dass die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland im zweiten Halbjahr ganz vorsichtig nach oben in Bewegung komme und im nächsten Jahr deutliche Erholungstendenzen aufweise. Der zuletzt sogar über sein Ausgangsniveau gestiegene Euro-Kurs gegenüber dem Dollar ist nach Clements Worten kein gravierendes Problem. "Damit kann die deutsche Wirtschaft umgehen. Die deutsche Exportwirtschaft ist dazu stark genug", sagte der Minister. "Ich gehe davon aus, dass sich die Werte real zwischen den beiden großen Währungen einspielen."

Die US-Regierung wolle nach seiner Einschätzung ihre Währung auch nicht weiter schwächen. "Die amerikanische Politik setzt nicht auf einen weichen Dollar." US-Finanzminister John Snow und Notenbankpräsident Alan Greenspan hätten sich während seiner USA-Reise auch entsprechend geäußert, sagte Clement.

Clement wies auch auf positive Auswirkungen des starken Euro hin. So hätten sich die Ölimporte etwa verbilligt. "Es ist kein so schlechtes Zeichen, dass der Euro seine Stärke beweist." Die Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen für die deutsche Wirtschaft sei aber kompliziert. Auf die Frage, was die Europäische Zentralbank (EZB) zur Wirtschaftsbelebung beitragen könne, antwortete Clement ausweichend: "Die EZB kennt ihre Spielräume." Der Kurs des Euro lag am Mittag bei rund 1,1735 Dollar.

Clement betonte, dass ein weltweiter Wirtschaftsaufschwung nur mit einer gemeinsamen Anstrengung von Europa und den USA zu erreichen sei. "Klar muss sein, dass USA und Deutschland an Fahrt gewinnen müssen, um die Weltwirtschaft in Schwung zu bringen. Darauf setze ich", betonte Clement.

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