Risikomanagement
Unternehmen wappnen sich gegen Risiken

Spätestens seit dem 11.September 2001 ist klar: Die globalen Risiken für die Wirtschaft haben sich verschärft. Tatsächliche oder drohende Epidemien wie Sars und Vogelgrippe, Naturereignisse wie die Tsunami-Katastrophe, oder die knapper werdenden Energie-Ressourcen und jüngsten Versorgungsengpässe machen deutlich: Die Risiken für multinationale Konzerne werden vielschichtiger und schwerer zu verstehen.

HB DAVOS. Kein Wunder, dass das Thema Risikomanagement mittlerweile sowohl bei Praktikern als auch in der Wissenschaft eines der heiß diskutierten Themen ist. "Ich glaube, dass professionelles Risikomanagement erst am Anfang steht," sagte Francois Barrault, CEO des Telekommunikationskonzerns BT International, im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Das Thema wird noch enorm an Bedeutung für alle Arten von Unternehmen gewinnen."

Nach einer Studie, die das Davoser Weltwirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit Marsh & McLennan Companies, der Investmentbank Merrill Lynch, dem Versicherer Swiss Re und der Wharton Business-School in Pennsylvania erstellt hat, wird die Welt derzeit von drei Risikogattungen geprägt: Zum einen gibt es die schlagzeilenträchtigen Risiken, wie den Terrorismus, deren Ursachen und Wirkungen zunehmend besser verstanden werden. Anders verhält es sich bei mittelbaren Risiken wie dem Klimawandel. Seine Wirkung entfaltet sich erst über einen längeren Zeitraum und dürfte eine der großen Herausforderungen für die Menschheit darstellen. Drittens gibt es potenzielle Risiken, die möglicherweise mit neuen Technologien verbunden sind. Sie haben die Schwelle der öffentlichen Aufmerksamkeit noch nicht erreicht, bergen aber laut Studie die Gefahr großer Umwälzungen. "Risiken tauchen nie isoliert auf", sagte Thierry Malleret, verantwortlich für die Analyse von Risikomanagement beim Weltwirtschaftsforum in Genf. "Sie neigen dazu, sich kaskadenartig zu überlagern."

Experten in Davos sind sich einig: Wohl noch nie zuvor haben sich Unternehmen so stark globalen Risiken ausgesetzt wie heute. Hauptgrund ist die stürmische Internationalisierung, mit der die Konzerne seit den 90er Jahren nicht nur ausländische Märkte bedienen sondern auch ihre Produktfertigungen und Dienstleistungen dezentralisieren. Das hat sich zwar auf der einen Seite sehr positiv auf die Ertragslage der Unternehmen ausgewirkt, auf der anderen Seite aber auch deren Risikoprofil verschlechtert. Unternehmenschefs wie Francois Barrault glauben, dass dieses Risikoprofil zunehmend den geschäftlichen Erfolg beeinflussen wird: "Bald wird es ein Scoring geben über die Güte des Risikomanagements in den Unternehmen. Denn Investoren wollen in dieser komplexen Welt besser verstehen, wie gut das Geschäftsmodell geschützt ist." Analog zur klassischen Finanzanalyse könnte ein solche Risiko-Scoring zu einer Messlatte für die Marktbewertung von Firmen werden. Manager von Technologieunternehmen sagten am Rande des Weltwirtschaftsforums, dass sich das Auftragsvolumen für IT-gestütztes Risikomanagement in den kommenden drei Jahren voraussichtlich verfünffachen werde.

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