Risikovorsorge wird im laufenden Jahr hoch bleiben
Dresdner Bank drohen rote Zahlen

Die Dresdner Bank steuert für das vergangene Jahr ebenso wie die Commerzbank und die Hypo-Vereinsbank auf rote Zahlen zu. Allein in den ersten neun Monaten bescherte die Bank ihrer Muttergesellschaft Allianz ein Minus von rund 2 Milliarden Euro.

pot FRANKFURT/M. Die Dresdner selbst wies zwar noch einen Nettogewinn von 338 Mill. Euro aus. Doch dieser kam nur dadurch zu Stande, dass sie ihr Asset-Management und ein größeres Paket Münchener-Rück-Aktien an die Allianz verkauft hatte. Für das Gesamtjahr wird Deutschlands drittgrößte Bank, die ihre Zahlen im März präsentieren wird, aber aller Voraussicht nach auch für sich genommen einen Verlust ausweisen.

Entscheidend für das weitere Schicksal der Bank innerhalb der Allianz-Gruppe ist aber nicht das Ergebnis 2002, sondern vielmehr das des laufenden Jahres. Die Allianz erwartet schwarze Zahlen. Andernfalls muss Dresdner-Vorstandschef Bernd Fahrholz gehen. Fahrholz ist sich dessen bewusst, wie er mit seiner Aussage "Mein Kopf liegt auf dem Block" bereits vor Monaten unmissverständlich klar gemacht hat. Erreicht werden soll die Gewinnschwelle mit Hilfe eines rigiden Sparkurses, der vor allem den Abbau von 11 000 Stellen vorsieht. Bis Ende 2003 soll der Verwaltungsaufwand dadurch auf 6,5 Mrd. Euro sinken. Im Jahr 2001 beliefen sich die Kosten noch auf 8,7 Mrd. Euro.

Allerdings kann das Programm "Turnaround 2003" wohl nur dann in die schwarzen Zahlen führen, wenn die Sparerfolge nicht durch eine anhaltend hohe Risikovorsorge konterkariert werden. Die Aussichten dafür stehen nicht gut. Die Bank, die allein in den ersten neun Monaten 2002 gut 1,8 Mrd. Euro in die Risikovorsorge packen musste, hofft bisher darauf, im laufenden Jahr mit einer Vorsorge von rund 1 Mrd. Euro auszukommen.

Analysten reichen dagegen schon weitaus größere Summen herum - und die anhaltende Konjunkturflaute treibt ihre Schätzungen weiter in die Höhe. Michael Haid von Sal Oppenheim etwa will seine bisherige Prognose einer Risikovorsorge von 1,2 Mrd. Euro jetzt noch einmal "signifikant" anheben. Und nach einem Bericht des "Manager Magazins" veranschlagen mittlerweile auch Experten innerhalb der Dresdner Bank die Risikovorsorge auf 1,5 Mrd.Euro. Offiziell wollte die Bank dies am Donnerstag nicht kommentieren.

Ohnehin werden die Aussichten, dass die Bank im laufenden Jahr schwarze Zahlen schreibt, eher verhalten eingestuft. Arne Jockusch, Analyst bei Merck Finck & Co, erwartet beispielsweise einen Verlust in einer niedrigen dreistelligen Millionenhöhe. Und Haid von Sal Oppenheim rechnet mit einem Minus im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Quelle: Handelsblatt

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