Risikovorsorge wurde auf 1,6 Milliarden Euro angehoben
BAFin nimmt Sonderprüfung bei WestLB vor

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) hat eine Sonderprüfung bei der WestLB vorgenommen. "Solche Prüfungen sind üblich und haben 2002 bei allen größeren Banken stattgefunden", sagte ein WestLB-Sprecher am Mittwoch. Weitere Angaben wollte er dazu nicht machen.

Reuters DÜSSELDORF. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge startete die Bonner Behörde eine Sonderprüfung, da in der Investmentsparte der WestLB überraschend ein Wertberichtigungsbedarf von bis zu 500 Mill.Euro aufgetaucht sei. Die Düsseldorfer Bank müsse den Wert ihres Engagements bei der britischen Leasinggesellschaft Box Clever um 400 bis 500 Mill. Euro nach unten korrigieren, berichtet die FTD unter Berufung auf Branchenkreise.



Ein Sprecher des BAFin wollte den Bericht nicht kommentieren. Eine Sonderprüfung könne auch ohne konkreten Anlass zur Beschaffung von Informationen eingeleitet werden, erläuterte der BAFin-Sprecher. Im Jahr 2002 habe es bei Banken in Deutschland 356 Sonderprüfungen gegeben.

Durch die Wertberichtigung werde der bereits angekündigte Jahresverlust der WestLB von 1 Mrd. Euro überschritten und das Eigenkapital der Bank zudem deutlich belastet, berichtete die "FTD" weiter. Das Institut will seine Bilanz für das vergangene Jahr an diesem Freitag veröffentlichen. Zu möglichen zusätzlichen Wertberichtigungen wollte der WestLB-Sprecher keine Auskunft geben. "Die Bank wird erkennbaren Risiken Rechnung tragen", hieß es lediglich.

Das privatrechtliche Institut, das im vergangenen Jahr aus der ehemals größten deutschen Landesbank ausgegliedert worden war, hatte Ende Februar nach vorläufigen Berechnungen im Konzern ein Vorsteuerverlust von rund 1 Mrd. Euro angekündigt nach einem Gewinn von 155,4 Mill. Euro im Jahr zuvor. Die Risikovorsorge wurde den Angaben zufolge auf 1,6 (Vorjahr 0,55) Mrd. Euro angehoben. Die schwache Konjunkturentwicklung, nicht zuletzt aber auch Betrugsfälle wie etwa bei Enron in den USA würden das Risikovorsorgeergebnis prägen, hieß es damals.

Nach langjährigem Streit zwischen dem Bund und der Europäischen Kommission um staatliche Garantien für öffentliche Banken war die bisherige Westdeutsche Landesbank Girozentrale in die öffentlich-rechtliche Landesbank NRW und die privatwirtschaftliche WestLB AG aufgespalten worden. Das Land ist Haupteigentümer der Landesbank NRW, deren 100-prozentige Tochter die WestLB AG ist.

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