Roachs Weltsicht
Turbulenzen garantiert

Vor fünfeinhalb Jahren platzte die Aktienblase. Die US-Wirtschaft geriet danach innerhalb von sechs Monaten in eine leichte Rezession; die Weltwirtschaft folgte umgehend. Und nun platzt gerade die Immobilienblase in Amerika. Sind also die Würfel für einen weiteren, crashbedingten Abschwung der US- und der Weltwirtschaft gefallen?

Die Nachfrage nach Häusern in den USA geht in rasantem Tempo zurück. Die Bestände an unverkauften Wohnungen nehmen dagegen rasch zu - in den zwölf Monaten bis Ende Juli wuchs der Bestand an unverkauften Altbauten um 40 Prozent, während das Plus bei den Neubaubeständen 22 Prozent betrug. Bislang scheinen die Immobilienpreise nur wenig nachzugeben - von immer noch hohen Niveaus. Doch je mehr die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot zunimmt, umso stärker werden die Preise zurückgehen. Das Umfeld überhöhter Bestände und steigender Zinsen beschleunigt den Prozess noch.

Die Bautätigkeit ist der letzte Dominostein, der noch fallen muss. Wenn die letzten Immobilienprojekte ausgelaufen sind, dürfte der Abschwung auf dem Häusermarkt Fahrt gewinnen. Natürlich muss man noch den Vermögenseffekt der Immobilienblase berücksichtigen. Diese wirtschaftliche Auftriebskraft könnte in einem Klima stabiler bis fallender Häuserpreise aber schnell erlahmen.

Die Turbulenzen nach dem Platzen der Immobilienblase könnte die Wachstumsrate des US-Bruttoinlandsprodukts um mindestens zwei Prozentpunkte vermindern - um 1,5 Prozentpunkte über die Auswirkungen auf den Bausektor und um weitere 0,5 Prozentpunkte über den Vermögenseffekt. Zwei Faktoren könnten diese Auswirkungen weiter verschärfen: eine verstärkte Sparneigung der Haushalte sowie die Rückwirkungen von Multiplikatoreffekten in Form von Ausfällen auf dem Stellenmarkt des so genannten Wohnungskomplexes - Bauwirtschaft, Immobilienfinanzierung, Hand- und Heimwerker, Möbel und Haushaltsgeräte.

Für eine US-Wirtschaft, die seit drei Jahren mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent zulegt, muss ein Ausfall von zwei Prozentpunkten nicht gleich Rezession bedeuten. Aber es könnte sicherlich so eng werden, dass an den Finanzmärkten eine Rezessionsangst ausgelöst wird.

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