Robertson: "Mit einer Stimme sprechen"
Keine Entscheidung über Luftschlag gegen Irak

Bei einem gemeinsamen Besuch mit Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bei der Bundeswehr in Augustdorf bei Bielefeld sagten beide am Freitag, es gebe noch keine gemeinsame Position der NATO zu einem möglichen Angriff. Dieses Thema sei noch nicht vom Nato-Rat erörtert worden.

dpa/HB AUGUSTDORF. Bei 19 Mitgliedstaaten seien unterschiedliche Auffassungen in Details normal, sagte Robertson. Wichtig sei es, nach Ende der Diskussionen mit "einer Stimme zu sprechen". Deutschland sei ein wichtiges Mitglied des Bündnisses. Die Nato lasse sich nicht auseinander dividieren, betonte der Generalsekretär mit Blick auf die Meinungsverschiedenheiten zwischen Bundesregierung sowie den Regierungen in Washington und London.

Das derzeitige Verhältnis zwischen den USA und Deutschland sei "nicht unangenehm", sagte Struck. Man befinde sich derzeit nur in einer "schwierigen Situation". Ebenso wie zuvor Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mahnte er an, bei militärischen Entscheidungen von den Amerikanern konsultiert zu werden. "Konsultationen heißt nicht, kurz vor einem Militärschlag anzurufen", betonte Struck.

Nach wie vor habe die amerikanische Regierung keine Beweise vorgelegt, die eine Verquickung des Irak mit dem internationalen Terrorismus belege, sagte Struck. Er werde die Spürpanzer-Einheiten der Bundeswehr aus Iraks Nachbarstaat Kuwait abziehen, sollten sie in einen militärischen Konflikt geraten und die USA ihre Vorwürfe gegen den Irak nicht beweisen können. Er warte auf eine Nato-Tagung am 23. September in Warschau, auf der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sprechen wolle, sagte Struck.

Auch nach dem Anschlag auf den afghanischen Regierungschef Hamid Karsai am Donnerstag sei es nicht vorgesehen, das Kontingent von derzeit 1 250 deutschen Soldaten in Kabul zu erhöhen, betonte Struck. Die Bundesregierung gehe weiterhin davon aus, dass der UN-Sicherheitsrat das Mandat wie vorgesehen verlängere.

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