Robin-Wood-Aktivisten ketteten sich an Gleis
Atommülltransport nach Frankreich mehrfach aufgehalten

Trotz Blockaden und Protesten von Kernkraftgegnern hat ein Atomzug aus Norddeutschland am Dienstag seine Fahrt in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague angetreten.

ap FRANKFURT/MAIN. Der Atommülltransport aus den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Stade erreichte am späten Vormittag den nordhessischen Bahnknotenpunkt Bebra, wie der Bundesgrenzschutz mitteilte. In der Nacht waren mehrfach Gleise besetzt worden, so dass sich die Weiterfahrt kurzzeitig verzögerte.

Laut Polizei waren die Störungen jedoch nicht gravierend, auch kam es zu keinen gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die aus Stade kommenden Atommüllbehälter wurden kurz nach Mitternacht für etwa 20 Minuten aufgehalten, weil sich zwei Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood zwischen dem Kernkraftwerk und der Hauptstrecke an das Gleis gekettet hatten.

Die Ketten waren an einem Ofenrohr befestigt, das unter dem Gleisbett hindurch führte, wie ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes erklärte. Die Gleise wurden deshalb gehoben, um das Rohr zu entfernen. Insgesamt wurden sechs Aktivisten in Gewahrsam genommen, gegen drei wurde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet. Robin Wood nannte die Aktion ein "eindrucksvolles Zeichen gegen den Wahnsinn Wiederaufarbeitung".

Keine Schäden an der Bahnlinie

Kurz vor Mitternacht hatten bereits rund 600 Atomkraftgegner in Harburg gegen den Transport aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel protestiert. 14 von ihnen besetzten vorübergehend die Gleise, ohne jedoch größere Verzögerungen auszulösen. Zuvor waren sechs Demonstranten an der Bahnstrecke zwischen Brunsbüttel und Wilster von der Polizei aufgegriffen worden, weil sie sich an den Gleisen zu schaffen machten. Zu Schäden an der Bahnlinie kam es nicht.

In Hessen deuteten sich nach Angaben des Bundesgrenzschutzamtes Frankfurt am Main keine weiteren Proteste oder Störungen an. Auf dem Güterbahnhof von Bebra stoppte der Zug wegen eines Betriebsaufenthalts, setzte aber um 11.07 Uhr seine Fahrt fort. Am Nachmittag sollte er Rheinland-Pfalz erreichen und in der Nähe der pfälzischen Stadt Wörth die Grenze nach Frankreich passieren.

Gegen 04.00 Uhr waren die Wagen aus den beiden Atomkraftwerken in Maschen südlich von Hamburg zusammengekoppelt worden. Bei der Weiterfahrt in Richtung Süden kam es nach Polizeiangaben noch zwei Mal zu Verzögerungen. Jeweils etwa 40 Personen blockierten gegen 05.00 Uhr bei Lüneburg sowie später bei Uelzen/Luderburg die Gleise. Dadurch wurde der Zug zunächst für etwa 20 Minuten und dann noch einmal für eine knappe Stunde aufgehalten. Zahlreiche Personen wurden in Gewahrsam genommen. Nachdem der Zug Hannover passiert hatte, gab es laut Polizei zunächst keine weiteren Störungen mehr.

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