Robotertechnik
Eines Tages werden sie unter uns leben

Für Science-Fiction-Autoren müsste Japan das Land der Verheißung sein: In keinem anderen Land der Erde ist die Robotertechnik so weit fortgeschritten. Roboter pflanzen Reis und betreuen die Felder, rollen mit dem Staubsauger durch die Gänge oder füttern Bewohner eines Altenheims mit dem Löffel. Ein Blick in die mögliche Welt von morgen.

HB TOKIO. Der Roboter Kansei ist ein programmierter Kriegsgegner: Hört er das Wort "Krieg", verzieht er sein Gesicht zu einem Ausdruck zwischen Ekel und Angst. Spricht man von der Liebe, fängt er hingegen an zu lächeln. Kansei ist das jüngste Projekt eines Robotik-Labors der Meiji-Universität am Rand von Tokio.

"Wenn Roboter unter Menschen leben sollen, müssen sie mit komplexen sozialen Aufgaben umgehen können", erklärt Projektleiter Junichi Takeno. Die Studenten des Labors haben Kansei daher so verdrahtet, dass sein gummiartiges Gesicht sechs grundlegende Ausdrucksformen beherrscht: Angst, Ärger, Trauer, Glück, Überraschung und Ekel. "Roboter werden mit Emotionen umgehen müssen", sagt Takeno. "Sie müssen sie verstehen und irgendwann auch fühlen."

Bis dahin mag es noch ein sehr langer Weg sein. Von allen Ländern in der Welt ist Japan aber wahrscheinlich einer solchen Zukunft am nächsten. Was sich Science-Fiction-Autoren in zahllosen Romanen vorgestellt haben, könnte irgendwann Wirklichkeit werden: Dass Menschen und Roboter Seite an Seite zusammenwirken und sozial interagieren.

In japanischen Fabriken sind Roboter schon jetzt so anerkannt, dass sie an ihrem ersten Tag mit Shinto-Zeremonien begrüßt werden. Es gibt Roboter, die Sushi-Gerichte garnieren. Andere pflanzen Reis und betreuen die Felder. Roboter werden für den Empfang in Firmengebäuden eingesetzt, sie rollen mit dem Staubsauger durch die Gänge oder füttern Bewohner eines Altenheims mit dem Löffel.

Nicht alle Roboter haben eine menschliche Gestalt. Der Paro ist eine Kuschelrobbe, die Sensoren im Fell und unter den Schnurrhaaren hat und einsamen Menschen etwas maschinellen Trost spenden soll.

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