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Rocco Barocco zwischen Kritik und Benefiz: «Alta Moda ist sinnlos»DPA-Datum: 2004-07-12 13:09:39

Rom (dpa) - Mit einer großen Benefizshow vor der stimmungsvollen Kulisse der römischen Piazza del Popolo ist der italienische Stardesigner Rocco Barocco nach fünf Jahren zu den Alta-Moda-Tagen zurückgekehrt.

Rom (dpa) - Mit einer großen Benefizshow vor der stimmungsvollen Kulisse der römischen Piazza del Popolo ist der italienische Stardesigner Rocco Barocco nach fünf Jahren zu den Alta-Moda-Tagen zurückgekehrt.

Bei seinen 29 romantisch-sinnlichen Entwürfen für die Herbst-Winter-Kollektion 2004/2005 der hohen Schneiderkunst schwelgte er in zarten Beige- und Rosatönen. Einmal mehr bewies der Modeschöpfer, dass handgefertigte Luxusmode und Tragbarkeit durchaus kein Widerspruch sein müssen: Elegante Tüllröcke, funkelnd bestickte Tops, Pelz-Stolen auf futuristisch anmutenden Jacken in Silber und wunderschöne, teils durchsichtige Abendkleider standen im Mittelpunkt seines aufwendigen Defilees.

Alle gezeigten Modelle stehen ab sofort zu einem Sonderpreis in Rom zum Verkauf. Der Erlös soll der Stiftung «Il Faro» der Schriftstellerin und Politikerin Susanna Agnelli zugute kommen, die sich um die Ausbildung sozial benachteiligter Jugendlicher kümmert. Für sein soziales Engagement erhielt Rocco Barocco bei der Schau eine Auszeichnung der Stadt Rom. Der Designer betonte, er habe überhaupt nur aus humanitären Gründen an den römischen Alta-Moda-Tagen teilgenommen: «Mich interessiert die Alta Moda nicht, sie ist sinnlos und interessiert im Grunde nicht mehr als 260 Frauen in der ganzen Welt», erklärte Rocco Barocco.

Auf dem Programm stand auch eine Tanz-Darbietung des britischen Choreografen und Performance-Künstlers Lindsay Kemp. Eine Show der besonderen Art zeigten am Sonntag fünf Jungdesigner, die ihre Mannequins auf einen im Fluss Tiber schwimmenden Laufsteg schickten.

In die allgemeine Kritik an einem umstrittenen Defilee von Gianni Molaro, der sich für seine Kollektion von den Terror-Attentaten von New York und Madrid inspirieren ließ, hat sich unterdessen auch Altmeister Renato Balestra eingeschaltet. «Derartige Provokationen sollten eine Alarmglocke sein. Es wäre doch besser, wieder zu den Kleidern selbst zurückzukehren, um mit Schönheit, Eleganz und Harmonie zu begeistern. Wer nur Aufsehen erregen will, dem mangelt es sowieso an Substanz», zitierte die Zeitung «Corriere della Sera» Balestra am Montag.

Der Designer wird seine Entwürfe am kommenden Donnerstag auf der legendären Via Veneto vorführen. Mit Spannung wird auch die Schau von Laura Biagiotti erwartet, die am Dienstagabend auf dem Kapitolsplatz einen Preis für ihr Lebenswerk erhalten soll. Die Alta-Moda-Tage gehen am kommenden Freitag zu Ende.

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