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Roche und Bayer wollen Verhandlungen um OTC-Geschäft nicht kommentieren

BASEL (dpa-AFX) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will sich nicht zum Stand der Dinge beim geplanten Verkauf seinesmilliardenschweren Over-the-Counter-Geschäft (OTC) äußern. Die "Financial Times"hatte am Freitag berichtet, der Leverkusener Bayer-Konzern sei dereinzige verbleibende Industrie-Interessent für die Sparte. Dieenglisch-holländische Konsumgüter-Gruppe Reckitt Benckiser habe sich zurückgezogen, hieß es. Neben Bayer seien noch vierInvestmentgesellschaften - Cinven, BC Partners, Kohlberg Kravis Roberts und PAI- im Rennen. Die Bayer AG wollte den Bericht ebenfalls nicht kommentieren.

BASEL (dpa-AFX) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche will sich nicht zum Stand der Dinge beim geplanten Verkauf seinesmilliardenschweren Over-the-Counter-Geschäft (OTC) äußern. Die "Financial Times"hatte am Freitag berichtet, der Leverkusener Bayer-Konzern sei dereinzige verbleibende Industrie-Interessent für die Sparte. Dieenglisch-holländische Konsumgüter-Gruppe Reckitt Benckiser habe sich zurückgezogen, hieß es. Neben Bayer seien noch vierInvestmentgesellschaften - Cinven, BC Partners, Kohlberg Kravis Roberts und PAI- im Rennen. Die Bayer AG wollte den Bericht ebenfalls nicht kommentieren.

Mit dem Kauf der OTC-Sparte, in der unter anderem das Magenmittel Rennievertrieben wird, könnte Bayer das eigene Geschäft mit rezeptfreien Medikamentenverstärken. Roche erzielte im vergangenen Jahr mit OTC-Produkten einen Umsatzvon 1,8 Milliarden Schweizer Franken (1,2 Mrd Euro) und damit etwa acht Prozentdes Konzernumsatzes. Experten sehen den Wert der Sparte bei 1,8 bis 2,1Milliarden Euro. Beim so genannten Selbstmedikations- oder OTC-Geschäft ("Overthe counter", "Über den Ladentisch") handelt es sich um Medikamente, die ohneärztliche Verschreibung erhältlich sind.

ENTSCHEIDUNG IN DER ZWEITEN JAHRESHÄLFTE

Früheren Aussagen von Roche zufolge soll in der zweiten Jahreshälfte 2004eine Entscheidung über das Schicksal von OTC fallen. Dabei seien auch ein JointVenture oder ein Spin-off mögliche Alternativen zu einem Verkauf. Mit derAngelegenheit vertraute Quellen gehen nach Angaben der "FT" davon aus, dass dieletzte Verhandlungsrunde bereits in den nächsten Wochen eingeläutet werdenkönnte.

Eine mögliche Übernahme des Roche OTC-Geschäfts durch Bayer begrüßten diemeisten Analysten. Die Sparte habe eine vergleichbare Größe und Profitabilität,wie die der Bayer AG, wodurch Synergie-Potenziale entstünden. DieRating-Agenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's warnten hingen, dass derKauf die Schuldenbewertung von Bayer gefährden könnte. "Der Kauf ist keineschlechte Idee per se, doch er müsste über Schulden finanziert werden, waswiederum die Ratings gefährden könnte", sagte S&P-Analyst Christain Wenk der"FT".

Auch Donald Burri von Moody's sieht für Bayer derzeit nicht den richtigenZeitpunkt für Firmenübernahmen. Es wäre wichtig zu wissen, welche anderenGeschäfte die Bayer AG möglicherweise dafür verkaufen werde und wie sie dasGanze finanzieren wolle, sagte er. S&P bewertet Bayer derzeit mit"A+/Negativ/A-1" und Moody's mit "A3".

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