Roddick gewinnt erstes Masters
Kim Clijsters entthront Serena Williams

Kim Clijsters hat Andy Roddick am Sonntag die Show gestohlen, obwohl beide Asse Tennis-Geschichte geschrieben haben. Während der 20-jährige US-Boy in Montreal durch ein 6:1, 6:3 gegen den Argentinier David Nalbandian seinen ersten Masters-Erfolg feierte, stieg die gleichaltrige Belgierin zur "Königin" des weißen Sports auf. Mit ihrem 6:1, 3:6, 6:1-Erfolg über Lindsay Davenport beim WTA-Turnier in Los Angeles löste sie die seit fünf Wochen verletzte Amerikanerin Serena Williams nach 57-wöchiger Regentschaft als Nummer 1 der Weltrangliste ab.

HB/dpa MONTREAL/LOS ANGELES. Clijsters glückte es als zwölfte Spielerin seit Einführung des Rankings 1975, die Spitzenposition zu erobern. Sie ist die erste Belgierin und auch die einzige Nummer 1, die dies ohne einen Grand-Slam-Sieg schaffte.

Als Clijsters historischer Triumph nach 90-minütiger Hitzeschlacht auf der nagelneuen Anlage des Home Depot Centers besiegelt war, wobei der dritte Satz nur 17 Minuten dauerte, riss sie erst beide Arme hoch und ging dann strahlend zum Netz, wo sie die einstige Weltranglisten- Erste Lindsay Davenport auf die Wange küsste. Die etwa 6000 Zuschauer feierten die Freundin von Weltmeister Lleyton Hewitt und skandierten: "Number one! Number one!" Die Organisatoren überreichten eine Flasche Champagner, aus der sie einen Schluck nahm, und eine Torte mit der Aufschrift: "No. 1 - Congratulations Kim", die sie gleich verteilte.

Die Umjubelte, die eine Siegprämie von 97 000 Dollar kassierte, konnte ihre Gefühle nur schwer in Worte fassen. "Ich bin ein bisschen konfus", rief sie dem begeisterten Publikum zu. "Ich kenne dieses Gefühl nicht und kann es nicht beschreiben. Ich habe Schmetterlinge im Bauch." Dies sei ein ganz spezieller Tag für sie, den sie nie vergessen werde. "Egal, was den Rest meiner Karriere auch passiert: Das kann mir niemand mehr nehmen", schwelgte Clijsters vor Glück.

"Die Nummer 1 zu sein, hat sie sich definitiv verdient. Denn sie hatte das beste Jahr von allen. Sie spielte sehr konstant und gewann eine ganze Reihe von Turnieren", huldigte Alt-Meisterin Martina Navratilova ihre Nachfolgerin. Die 46-jährige Tschechin hatte seit 1978 selbst 331 Wochen lang die Rangliste angeführt. Rekordhalterin bleibt Steffi Graf, die über 377 Wochen die weltbeste Spielerin war.

Bei allen 14 Turnieren, an denen Clijsters in diesem Jahr teilnahm, kam sie mindestens bis ins Halbfinale. Sechs Mal verließ die Tochter des einstigen belgischen Fußball-Nationalspielers Leo Clijsters, von dem sie heute gemanagt wird, als Siegerin den Court. Die seit ihrem sechsten Lebensjahr Tennis spielende Rechtshänderin kann seit 1999 auf insgesamt 16 Turnier-Erfolge zurückblicken. Den wertvollsten erkämpfte das blonde Energiebündel vorigen November mit den WTA Championships, als sie ihre Vorgängerin Serena Williams im Finale bezwang. Die jüngere Williams-Schwester bestritt wegen einer Knieverletzung seit ihrem Wimbledon-Sieg vor fünf Wochen kein Match mehr und wird nach ihrer Operation weitere acht Wochen pausieren.

Ebenso wie Clijsters visiert Roddick seinen ersten Grand-Slam- Titel bei den am 25. August beginnenden US Open an. "Ich hoffe, mein erster Masters-Sieg war dafür ein gutes Sprungbrett. Die ganze Woche über habe ich jedenfalls gutes Tennis gespielt", befand der an Nummer sechs gesetzte Roddick, der nur 63 Minuten für seinen vierten diesjährigen Turniersieg benötigte und dafür mit 400 000 Dollar honoriert wurde. Das Duell gegen Nalbandian hatte wegen Regens 95 Minuten später begonnen und wurde beim 4:2 im zweiten Satz noch einmal für eine Stunde unterbrochen. Der ungesetzte Südamerikaner schaltete Rainer Schüttler (Korbach/8) im Halbfinale aus.

Schüttler schlug auch bei dem am Montag begonnenen Masters in Cincinatti als einziger Deutscher auf. Nicolas Kiefer (Holzminden) schied in der zweiten Qualifikations-Runde gegen Scott Draper (Australien) mit 7:5, 6:7 (7), 0:6 aus. Schüttler trifft im Auftaktspiel am Dienstag auf Qualifikant Stefan Koubek (Österreich).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%