Röhre bleibt wahrscheinlich wochenlang gesperrt
Bis zu 20 Tote bei Brand im Gotthardtunnel

Bei dem schwersten Tunnelunglück in der Geschichte der Schweiz sind am Mittwoch nach Behördenschätzungen bis zu 20 Menschen getötet worden. Viele weitere wurden bei dem Brandinferno im Gotthardtunnel verletzt. Am Abend waren zehn Todesopfer geborgen worden, doch waren die Feuerwehren wegen der großen Hitze und der weiter lodernden Flammen noch nicht zum eigentliche Unglücksort vorgedrungen.

ap AIROLO/GÖSCHENEN. Einer Brandkatastrophe im Gotthard-Straßentunnel sind möglicherweise bis zu 20 Menschen zum Opfer gefallen. Der Brand brach nach einer Frontalkollision zwischen zwei Lastwagen aus. Das Feuer konnte vorerst nicht gelöscht werden. Die Bergungsarbeiten wurden am späten Abend unterbrochen.

An der Unfallstelle im Innern des Tunnels waren Fahrzeuge zum Teil zusammengeschmolzen oder ausgebrannt, sagte Benno Bühlmann, Chef der Chemiewehr des Kantons Uri, an einer Pressekonferenz in Göschenen. Auf Grund von Informationen der Einsatzkräfte vor Ort sei zu befürchten, dass bis zu 20 Menschen im 16,3 Kilometer langen Tunnel ums Leben gekommen seien. Bergungsarbeiten an der eigentlichen Unfallstelle konnten bis am Abend nicht aufgenommen werden, weil noch nicht alle Feuer ausgebrannt waren und enorme Hitze herrschte. Die Bergungsversuche wurden am späten Abend unterbrochen. Bühlmann sagte im Deutschschweizer Fernsehen, es sei vom Norden her eine Lüftungs- und Kühlmaschine in den Süden gebracht worden. Offenbar musste gewartet werden, bis das Feuer von selbst erlosch. Aus dem Tunnel-Südportal und den Lüftungsschächten quoll schwarzer Rauch.

Der Tunnel dürfte wochenlang gesperrt bleiben. Die Kollision zwischen den beiden Lastwagen ereignete sich kurz vor 10.00 Uhr rund einen Kilometer vom Südportal entfernt. Ein südwärts fahrender Sattelschlepper mit geladenen Autoreifen wurde von einem nordwärts fahrenden Transporter mit Isoliermaterial gerammt, wobei ein Feuer ausbrach und sich eine Explosion ereignete. Wegen der großen Hitze brach die Tunnelabdeckung auf einer Länge von rund 100 Metern ein.

"Keine Feuerfalle wie im Montblanc-Tunnel"

Der Gotthardtunnel ist mit einer Länge von 16,3 Kilometern der zweitlängste Straßentunnel der Welt. Seit dem Brand im Montblanc-Tunnel 1999 und dessen Schließung hat der Verkehr stark zugenommen. Nach Angaben der Behörden fuhren im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Lastwagen durch den Gotthard. Der ADAC hat die Sicherheit in dem Tunnel noch im letzten Jahr als gut eingestuft. Das Unfallszenario ließ Erinnerungen an die Katastrophe im französisch-italienischen Montblanc-Tunnel aufkommen, bei der im März 1999 39 Menschen umkamen. Damals war ein Lastwagen vermutlich wegen einer weggeworfenen Zigarettenkippe in Brand geraten. Das ganze Ausmaß des Infernos wurde erst nach Tagen klar.

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