Roel Janssens Krimi führt hinter die Kulissen der Finanzwelt
Auf der Spur von falschen Euro-Scheinen

Der Countdown läuft. In weniger als drei Monaten ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Aber was passiert, wenn schon am 1. Januar falsche Banknoten auftauchen? In seinem Wirtschaftskrimi "Die Euro-Fälscher" entwirft Roel Janssen ein mögliches Szenario.

Oscar Straver ist glücklich. Monatelang hat er auf diesen Moment hingearbeitet. Mitten in Amsterdam wird ein rauschendes Fest zum Jahreswechsel und zur Begrüßung der neuen Währung gefeiert. Ab Mitternacht kann die Bevölkerung in einem eigens dafür errichteten ?Euro-Dorf? Geld wechseln. Ein internationaler Fernsehsender überträgt live - eine großartige Werbung für die kleine holländische Mercator Bank, für die Oscar Straver all das organisiert hat.

In der gleichen Nacht überschlagen sich die Ereignisse: Im spanischen Pavillon entdeckt eine Bankangestellte falsche 500 Euro-Noten. Wenige Tage stirbt sie bei einem mysteriösen Autounfall. Gibt es einen Zusammenhang? Steckt die russische Mafia dahinter? Und wie war es überhaupt möglich, noch vor der Euro-Einführung Banknoten zu fälschen? Oscar Straver macht sich auf die Suche nach den Antworten.

Der Amerikaner und PR-Mann Straver ist erst seit sechs Monaten bei Mercator und lernt erst in vielen Gespächen - unter anderem mit der EZB, mit Europol und Bankern - die Finanzwelt kennen. Er muss erkennen, dass es trotz aller Vorkehrungen eine Währung nie ganz fälschungssicher ist, dass es in Euroland keine Vereinbarungen zum Umgang mit Fälschungen gibt, und schließlich trifft er auch auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche und muss sein Bild von Banken völlig revidieren.

Mischung von Realität und Fiktion

"Die Euro-Fälscher" erzählt eine fiktive Geschichte - doch sie spielt sich im realen ?Euroland? ab. Autor Roel Janssen ist Wirtschaftsjournalist bei der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad und kennt die Finanzwelt offensichtlich. Für das Buch hat er eng mit den ?echten? Spielern der Finanzszene gearbeitet, unter anderem mit der Europäischen Zentralbank (EZB). Und so gewähren die Nachforschungen Oscar Stravers dem Leser einen Blick hinter die Kulissen des Euro und der europäischen Finanzwelt.

Auch wenn dem Leser nicht verborgen bleibt, dass der Autor darauf bedacht ist, seine Informationen genau darzulegen - Roel Janssen gelingt es, sie spannend zu verpacken. Dass er dabei immer die Menschen in der Finanzwelt - ihr Leben, ihre Probleme, ihre Arbeit - im Blick hat, verhindert darüber hinaus, dass der Krimi technisch und emotionslos wirkt. Sogar eine Liebesgeschichte darf nicht fehlen. Und spätestens wenn Janssen beschreibt, wie seltsam sich selbst eine abgebrühte Händlerin von Euro-Obligationen beim ersten Einkauf mit dem Euro fühlt, kann sich auch Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr unbeteiligt fühlen.

Roel Janssen. Die Euro-Fälscher. Campus Verlag, Frankfurt/Main, 2001. ISBN: 3-593-367-998 263 Seiten Hardcover, Preis: DM 49,80 /EUR 25,46

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%