Roesch und Rittner ausgeschieden
Popp stiehlt Kiefer die Show

Tennisprofi Alexander Popp hat Nicolas Kiefer in Wimbledon die Show gestohlen und ist Rainer Schüttler in die zweite Runde der All England Championships gefolgt.

HB/dpa LONDON. Nachdem sich Kiefer am Dienstag beim 6:3, 3:6, 4:6, 4:6 gegen den belgischen Grand-Slam- Debütanten Gilles Elseneer blamiert hatte, bezwang der Mannheimer Popp am Abend Hicham Arazi aus Marokko mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:3.

Der 26-Jährige hatte es bei seinem bislang einzigen Wimbledon- Auftritt vor drei Jahren als letzter Deutscher bis ins Viertelfinale geschafft. In Runde zwei trifft Popp am Donnerstag auf den Russen Jewgeni Kafelnikow oder Ramon Sluiter (Niederlande). "Nach acht Monaten Pause bin ich froh, dass ich hier wieder spielen kann", sagte Popp, der sich nach den US Open im Vorjahr einer Operation am Handgelenk unterziehen musste.

Von den vier gestarteten deutschen Damen nahm nur Marlene Weingärtner die erste Hürde. Die Heidelbergerin bezwang die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gelangte Britin Jane O'Donoghue mit 6:4, 6:2 und trifft nun auf die gesetzte Amerikanerin Lisa Raymond. Die Titelverteidigerin bei den Damen kam nach dem Aus von Lleyton Hewitt nicht ins Wanken. Serena Williams gewann gegen Jill Craybas (beide USA) 6:3, 6:3. Auch Vorjahresfinalist David Nalbandian (Argentinien) und French-Open-Sieger Juan Carlos Ferrero stehen nach glatten Siegen in Runde zwei. Die Mitfavoriten Tim Henman (Großbritannien) und Andre Agassi (USA) mussten über vier Sätze gehen, um den Sprung in Runde zwei zu schaffen.

Kiefer, der bei seinem Wimbledon-Debüt 1997 das Viertelfinale erreicht hatte, musste zum zweiten Mal nach 2000 in London schon nach der ersten Runde seine Koffer packen. "Die Form von Halle ist weit weg, das habe ich schon im Training gemerkt. Ich habe zu keinem Zeitpunkt ins Spiel gefunden und mich nicht wohl gefühlt auf dem Platz", gestand Kiefer nach der Schlappe gegen den an Position 160 notierten Qualifikanten kleinlaut. "Ich war zu langsam und viel zu selten am Netz."

Als Elseneer im vierten Satz das Break zum 5:4 gelang, feuerte Kiefer den Schläger über den Platz und kassierte dafür eine Verwarnung. Es nützte alles nichts. Nach 2:32 Stunden wurde der Halle-Finalist von einem Unbekannten zurück ins Tal des Jammers geschickt. Erstmals deutete er danach an, dass er möglicherweise Veränderungen in seinem Umfeld vornehmen wird: "Ich habe jetzt Pause bis zu den Turnieren in Amerika. Da ist genug Zeit, um darüber nachzudenken."

Angelika Roesch verlor 2:6, 1:6 gegen die an Nummer 15 gesetzte Jelena Dementjewa. Die 26 Jahre alte Berlinerin, die schon bei den French Open über ihre Aussetzer geklagt hatte, kann bei großen Turnieren einfach nicht über ihren Schatten springen. Zum fünften Mal hintereinander scheiterte sie bei einem Grand Slam in der ersten Runde. Und das, obwohl sie ihre "Lieblingsgegnerin" im vergangenen Jahr drei Mal geschlagen hatte. Barbara Rittner fürchtete sich nach dem Debakel von Paris offenbar vor einer weiteren Begegnung mit Serena Williams. Die 30-Jährige aus Leverkusen verlor gegen die zwei Jahre ältere Belgierin Els Callens mit 3:6, 5:7 und vermied auf diese Weise ein Zweitrundenmatch gegen die Titelverteidigerin.

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