Roger Federer gewinnt den Masters Cup und ist mit 23 Jahren einer der besten Tennisspieler aller Zeiten
Der Mann, der Rekorde sammelt

Roger Federer gewinnt den Masters Cup und ist mit 23 Jahren einer der besten Tennisspieler aller Zeiten.

BERLIN. Einen weiteren Rekord hat sich Roger Federer im Halbfinale gesichert. Im Tiebreak des zweiten Satzes duellierte er sich mit dem Russen Marat Safin 38 Punkte lang. Erst zweimal seit der Einführung des Tiebreaks im Jahr 1970 haben Spieler für die Entscheidungsfindung genauso viele Punkte benötigt. Fast überflüssig zu erwähnen, wer diesen Tiebreak gewonnen hat. Natürlich Federer. Nach 26 Minuten und 38 Sekunden entschied der Schweizer Tiebreak (20:18) und Match für sich. Im Finale des Masters Cup in Houston siegte er dann über Lleyton Hewitt 6:3, 6:2. Natürlich.

Roger Federer ist der überragende Tennisspieler der Gegenwart. Inzwischen sammelt er nicht mehr nur Siege auf dem Tennisplatz sondern auch Rekorde. Mit 74 Siegen und nur sechs Niederlagen stellte er für das Tennisjahr 2004 die beste Bilanz einer Nummer eins seit 1984 (John McEnroe : 82 Siege, 3 Niederlagen) auf. Auch sein diesjähriges Preisgeld ist rekordverdächtig. Mit dem Erfolg beim Masters verdiente er 6,35 Millionen Dollar. Nur Pete Sampras verdiente 1997 mit 6,5 Millionen mehr.

Pete Sampras, John McEnroe, Roger Federer. Bereits mit 23 Jahren darf der Schweizer in die Kategorie der besten Tennisspieler aller Zeiten aufgenommen werden. Im vergangenen Jahr gewann er drei von vier Grand-Slam-Titeln, lediglich bei den French Open scheiterte er in der dritten Runde am späteren Sieger Gustavo Kuerten. Ansonsten aber verlief sein Tennisjahr beinahe makellos.

Was ein wenig überrascht, denn in der gesamten Saison verzichtete Roger Federer auf einen festen Trainer. Vor großen Turnieren lässt er sich von seinem Landsmann Reto Staubli beraten. Für die Vorbereitung auf die Australian Open 2005 wird er von Tony Roche betreut, doch auch diese Verbindung soll nicht von Dauer sein. Der Brite Tim Henman zeigte Verständnis. "Außerirdische brauchen keinen Trainer", sagte er.

Die drei übrigen Halbfinalisten von Houston, Lleyton Hewitt, Marat Safin und Andy Roddick, werden im nächsten Jahr erneut versuchen, die Nummer eins zu bezwingen. Allerdings hat Federer seit seinem ersten Masters-Sieg im vergangenen Jahr seine Bilanz gegen Spieler aus der Top Ten auf 23 Siege und null Niederlagen geschraubt. Mit dem Sieg gegen Hewitt ist Federer außerdem als erster Profi in 13 Endspielen in Folge, elf davon in diesem Jahr, ungeschlagen.

In Houston nannte Roger Federer seine Ziele für das kommende Tennisjahr: "Ich möchte zum dritten Mal in Wimbledon gewinnen und die Nummer eins bleiben." Natürlich.

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