Roh will George W. Bush treffen
Südkoreas Präsident will mit USA kooperieren

Der neu gewählte südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun will in enger Zusammenarbeit mit den USA Initiativen für eine friedliche Lösung des Konflikts um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ergreifen.

HB/dpa SEOUL/WASHINGTON. "Ich werde mein Bestes geben, um die Spannungen zu beseitigen, die durch die Möglichkeit der nordkoreanischen Nuklearentwicklung die ganze koreanische Halbinsel überschatten", sagte Roh einen Tag nach seiner Wahl am Freitag bei einer Pressekonferenz in Seoul. Außer der Zusammenarbeit mit den USA kündigte Roh an, zur Erlangung des Friedens auf der Halbinsel auch mit Japan, Russland, China und der EU kooperieren.

US-Präsident George W. Bush gratulierte Roh zum Wahlsieg und äußerte seine Zuversicht, dass beide trotz Differenzen wegen der Nordkorea-Politik zusammenarbeiten werden. "Der Präsident freut sich darauf, eng mit dem designierten Präsidenten Roh zu arbeiten, da sich den USA und Südkorea viele Herausforderungen und Möglichkeiten stellen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, in Washington. In Seoul teilte Roh dem amerikanischen Botschafter seinen Wunsch mit, Bush bald zu treffen. Der 56 Jahre alte liberale Reformpolitiker von der regierenden Demokratischen Millenniumspartei (MDP) wird im Februar Präsident Kim Dae Jung ablösen.

Politik der behutsamen Annäherung

Die Präsidentenwahl in Südkorea wurde in den USA aufmerksam beobachtet. Roh will Kims Politik der behutsamen Annäherung gegenüber Nordkorea fortsetzen. Rohs knapp unterlegener Rivale von der oppositionellen konservativen Großen Nationalpartei (GNP), Lee Hoi Chang, trat dagegen im Einklang mit der US-Politik für eine härtere Gangart gegen den kommunistischen Nachbarstaat ein. Die USA lehnten ihrerseits bisher die Wiederaufnahme eines Dialogs mit Pjöngjang ab, solange Nordkorea an seinen Nuklearambitionen festhält.

Im Oktober hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass Nordkorea die Existenz eines Kernwaffenprogramms zugegeben habe. Das Eingeständnis und Nordkoreas spätere Ankündigung, nach achtjähriger Pause wieder Atomstrom erzeugen zu wollen, hatten weltweit Besorgnis ausgelöst. Roh bekräftigte am Freitag das Bündnis mit den USA, deutete jedoch an, dass er das Truppenstatut ändern wolle, unter dem 37 000 US- Soldaten in Südkorea stationiert sind. Die Wahl wurde neben der Nuklearfrage auch vom zunehmenden Anti-Amerikanismus in Südkorea mitbestimmt. Der Freispruch eines US-Militärgerichts für zwei US- Soldaten im November, die mit ihrem Panzer zwei koreanische Schülerinnen überrollt und getötet hatten, hatte wütende Proteste ausgelöst. Roh hatte erklärt, er werde sich für eine "gleichberechtigte" Partnerschaft mit Washington einsetzen.

Roh wurde am Freitag von der staatlichen Wahlkommission offiziell als Sieger der Wahl vom Donnerstag erklärt. Roh erhielt demnach 48,9 Prozent der Stimmen, gegenüber 46,6 Prozent für Lee. Der 67 Jahre alte ehemalige Oberste Richter gab am Freitag unter Tränen seinen Rückzug von der Politik bekannt. Er war bereits 1997 Kim Dae Jung unterlegen.

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