Rohlinge werden in Osnabrück hergestellt
Metallabfall zu Euro-Münze

"Metallabfälle zu Euro-Münzen" lautet das inoffizielle Motto im Osnabrücker Werk der KM Europa Metal AG (KME). Was früher als Abflussrohr oder Stromkabel verwendet wurde, dient vom kommenden Jahr an in zwölf europäischen Staaten als Münzgeld der gemeinsamen Währung Euro.

dpa OSNABRÜCK. "Der Anteil wiederverwerteter Rohstoffe für das Stanzen der Euro-Rohlinge beträgt durchschnittlich 40 %", rechnet der Technische Direktor der KME, Achim W. Baukloh, vor. Jeder Schrott könne eingeschmolzen werden, der die Bestandteile der Euro- Münzen, vor allem Kupfer, Nickel oder Zinn, enthalte.

Im Osnabrücker Unternehmen wird ein großer Teil der Rohlinge der neuen Gemeinschaftswährung hergestellt. "Der Anteil der KME an der Euro-Produktion insgesamt liegt bei etwa 30 % - gemessen am Gesamtgewicht der Geldstücke", sagt der KME-Vorstandssprecher Norbert Brodersen. Die KME habe auch Werke in Italien, Frankreich und Spanien. Die Anzahl der gestanzten Münzen kann Brodersen dagegen kaum beziffern, denn die Menge wird ausschließlich in Tonnen gezählt. Seit Beginn der Produktion im Jahr 1997 seien das rund 75 000 Tonnen, sagt er.

Drei Stanzmaschinen stellen in Osnabrück die silber- und goldfarben glänzenden Rohlinge her. Je nach Münzgröße schafft ein Gerät zwischen 5000 und 15 000 Rohlinge in der Minute. Exakt 2,3 Gramm muss laut einheitlicher europäischer Norm ein fertiges Ein- Euro-Cent-Stück wiegen. Am schwersten werden die Europäer künftig am Zwei-Euro-Stück zu tragen haben - genau 8,5 Gramm lautet die vorgeschriebene Norm.

"Der wichtigste Rohstoff dieser neuen Münzen ist Kupfer", sagt Brodersen. Die 10, 20 und 50 Cent-Stücke besäßen einen Anteil von 89 %. Auch die anderen fünf Münzen hätten zumindest eine Kupferschicht oder Legierungen aus diesem Metall. Der Vorteil von Kupfer liege etwa in dessen Beständigkeit sowie der elektrischen Leitfähigkeit, die für Sicherheitssysteme in Automaten wichtig sei.

Rund 17 Mrd. der bis zum Jahresende europaweit geplanten 56 Mrd. Geldstücke werden der KME zufolge in Deutschland gefertigt. Neben der KME gibt es in der Bundesrepublik noch zwei weitere große Hersteller der Euro-Rohlinge. Die größten Konkurrenten des Osnabrücker Unternehmens sitzen mit der "VDM" im sauerländischen Wehrdohl und "Eurocoin VDN" in Schwerte ganz in der Nähe der KME - entlang des scherzhaft Euro-Autobahn genannten Schnittpunkts der A 1 und A 45.

Über jene Straßen werden die ehemaligen Rohre und Kabel dann unter anderem zur Prägung nach Berlin gebracht. In der "Staatlichen Münze" erhalten sie ihren letzten Schliff. Etwa 3,4 Mrd. Münzen würden in der Hauptstadt selbst geprägt, teilte die Staatliche Münze Berlin mit. Zwölf Prägemaschinen stellten seit 1999 fünf bis acht Mill. Euro-Münzen am Tag her.

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