Rohstoff- und Bankwerte gesucht
Europas Börsen geht zum Schluss die Luft aus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Verlauf erzielte Gewinne wieder eingebüsst und überwiegend schwächer geschlossen. Händler verwiesen auf die schwachen US-Börsen, die von den schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten belastet wurden.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index verlor 0,88 Prozent auf 3466,26 Punkte. Händler verwiesen auf die schwachen US-Börsen, die von den schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten belastet wurden. Die grössten Verlierer waren Technologie-, Medien- und Telekomwerte.

Telekomwerte wurden auch von Vodafone belastet. Europas grösster Mobilfunkbetreiber reduzierte seine Prognose für das Deutschland- und Italiengeschäft. Der DJ StoxxTelekom-Index verlor 5,7 Prozent. Vodafone brachen knapp zehn Prozent ein und Deutsche Telekom notierten 5,5 Prozent im Minus. Händler verwiesen auch auf eine Zurückstufung von Deutsche Telekom durch Lehman Brothers. France Telecom fielen 6,7 Prozent.

Für etwas Auftrieb sorgten Ölwerte, die von gestiegenen Rohölpreisen und auch dem besser als erwartet ausgefallen Ergebnis von Shell profitiert. Shell gewannen 3,3 Prozent. Gesucht waren auch Rohstoff- und Bankwerte. Deutsche Bank verbesserten sich um ein Prozent. Händler sagten, die Anleger hofften, dass die neue Unternehmensführung eine Reform einleiten werde.

FRANKFURT - Der Frankfurter Dax-Index notierte 1,53 Prozent schwächer bei 4888,65 Punkten. Händler begründeten dies mit den schwachen US-Konjunkturdaten, welche die Kurse massiv unter Druck setzten. Insgesamt machte sich eine Flucht aus Technologiewerten in eher defensive Werte bemerkbar. Infineon verloren über zehn Prozent, während Deutsche Telekom über 5,5 Prozent nachgaben. Gesucht waren hingegen Autowerte, allen voran Volkswagen, die 0,6 Prozent zulegten. Zuvor hatte der Autobauer besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorgelegt. Auch Deutsche Bank notierten ein Prozent fester.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse schloss unter Tageshoch fester. Der FTSE-100-Index verzeichnete ein Plus von 0,56 Prozent auf 5203,1 Zähler. Gesucht waren erneut Bankwerte, die laut Händlern als sicherer Hafen galten. Barclays verbesserten sich um rund zwei Prozent und Royal Bank of Scotland stiegen um drei Prozent, während Llyods TSB knapp zwei Prozent zulegten. In der Gunst der Anleger standen auch Ölwerte, die von festeren Rohölpreisen profitierten. Shell kletterten 3,5 Prozent. BP gewannen drei Prozent. Gegen den Trend deutlich schwächer schlossen Vodafone, die über zehn Prozent einbrachen. Der Mobilfunkanbieter hatte seine Prognose für das Deutschland- und Italiengeschäft gesenkt. Andere Telekomwerte waren dagegen gesucht. Cable & Wireless kletterten über drei Prozent. BT rückten über ein Prozent vor.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien haben am Freitag über weite Strecken deutlich fester tendiert und im späten Geschäft die Gewinne dann zum Teil wieder preis gegeben. Der SMI stieg bis auf 6638,5 Punkte und schloss noch um 0,56 Prozent höher mit 6588,8 Punkten. Dabei fielen vor allem SGS mit einem markanten Anstieg und Sulzer Medica mit einer rasanten Berg- und Talfahrt auf. Laut Händlern sei die Lage an den Finanzmärkten labiler als auch schon. Die fest im zweiten Halbjahr erwartete Konjunkturerholung könnte sich verzögern. Zum schwachen Euro gesellten sich nun noch unerwartet schwache US-Daten und ein nachgebender Dollar. SGS gewannen 11,6 Prozent. Medica hingegen verloren nach Meldungen über Probleme mit einem Herzklappen-Tester zeitweise fast 20 Prozent.

PARIS - Der CAC-40-Index der Pariser Börse verlor 1,51 Prozent auf 4454,92 Zähler. Laut Händlern drückten Technologie-, Medien- und Telekomwerte die Kurse ins Minus. France Telecom brachen um 6,7 Prozent ein. Händler verwiesen auf die negativen Ausblick von Vodafone. Erneut unter Druck standen auch die bereits arg gebeutelten Vivendi, die 6,7 Prozent fielen. Die Ratingagentur Moody's Vivendis Bonitätseinstufung zurückgenommen. Gegen den Trend fester schlossen die Titel des Autoherstellers Peugeot mit plus drei Prozent.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen präsentierten sich bei ruhigem Handel uneinheitlich. Der Amsterdamer AEX-Index verbuchte ein Minus von 1,49 Prozent auf 495,74 Zähler, während der Brüsseler Bel20-Index 0,49 Prozent auf 2805,71 Punkte stieg. Die grössten Verlierer waren auch in Amsterdam Technologiewerte. Die Titel des Chipherstellers ASML brachen zwölf Prozent ein. Philips fielen 7,8 Prozent. Die Titel des Erdölkonzerns Royal Dutch hingegen legten zwei Prozent zu. Einbussen von 6,5 Prozent verzeichneten Numico. Laut Händlern belasteten enttäuschenden Quartalszahlen die Aktien des Lebensmittelkonzerns. In Brüssel sorgten Dexia mit plus 1,4 Prozent für Unterstützung.

MAILAND - Die Mailänder Börse verzeichnete den niedrigsten Stand seit etwa zwei Monaten. Der Mib30-Index verlor 1,13 Prozent auf 31.110 Zähler. Dem europäischen Trend folgend waren auch die italienischen Telekomaktien schwächer. Telecom Italian verloren 2,2 Prozent und Telecom Italia Mobile waren 3,4 Prozent schwächer. Gegen den Trend fester tendierten die Banktitel IntesaBci und Monte Paschi.

MADRID - An der Madrider Börse schloss der Ibex-35-Index 0,36 Prozent tiefer mit 8019,0 Punkten. Erneut lastete vor allem Schwergewicht Telefonica mit einem Minus von 2,6 Prozent auf dem Markt. Fester waren dagegen die Banken Banco Bilbao Vizcaya und Santander Central Hispano mit Kursgewinnen von 1,1 und einem Prozent.

STOCKHOLM - Die skandinavischen Aktienmärkte litten unter zu Kursverlusten im Telekom -, Medien und Technologiesektor. Der DJ Stoxx Nordic-Index verlor 3,42 Prozent auf 305,21 Zähler. Die Investoren hätten momentan einfach kein Vertrauen in alles was mit Telekom zu tun hat, sagte ein Händler. Die Schwergewichte Nokia und Ericsson verloren 8,2 und 7,5 Prozent.

WIEN - Gewinnmitnahmen bei Erste Bank drückten die Börse Wien ins Minus. Der ATX-Index verlor 0,48 Prozent auf 1350,61 Punkte. Erste Bank verloren 0,9 Prozent. Die Titel haben in diesem Jahr bereits über 40 Prozent zugelegt. Telekom Austria büssten 0,6 Prozent ein. Gegen den Trend fester waren Mayr-Melnhof und Verbund.

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