Rohstoffe
Angst vor Vergeltung der USA treibt Ölpreise

Die zunehmende Gewissheit harter amerikanischer Vergeltungsschläge gegen den Terrorismus in der Welt hat den Ölpreis vor allem Ende vergangener Woche sprunghaft steigen lassen. Weltvorräte an Weizen schrumpfen.

cla/HB LONDON. Auch an den Rohstoffmärkten wartete man am Montag mit Spannung auf die Kurstendenz an der Wall Street. Die zunehmende Gewissheit harter amerikanischer Vergeltungsschläge gegen den Terrorismus in der Welt hat den Ölpreis vor allem Ende vergangener Woche sprunghaft steigen lassen. Das Nordseeöl notierte am Montagnachmittag über 29 Dollar je Barrel und damit deutlich höher als vor einer Woche.

Selbst die wiederholten Zusicherungen aus dem Opec-Länder, man werde die Welt auch weiterhin ausreichend mit Öl zu angemessenen Preisen versorgen, scheinen die Märkte derzeit nicht zu beruhigen. "Der Markt hat wahnsinnige Angst vor den Vergeltungsschlägen der USA", beschreibt Julian Lee von dem Londoner Centre for Global Energy Studies (CGES) die Stimmung der Marktteilnehmern.

Weiterer Anlass zur Sorge sind die verhältnismäßig niedrigen Rohöl- und Produktvorräte in der westlichen Welt, die die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris ausgewiesen hat. Über die Auswirkungen einer möglichen Rezession auf die Ölnachfrage, so Analysten, wolle sich dagegen zumindest vorläufig noch niemand Gedanken machen.

Westliche Staaten haben wenig Rohölvorräte

Bei den Metallen fällt die erhöhte Gefahr einer weltweiten Rezession ebenfalls noch kaum ins Gewicht. Die Preise waren wegen der schlechten Konkjunkturaussichten bereits seit Jahresanfang stark eingebrochenen und notieren nun wieder stabil. Dafür sind Deckungskäufe von Baissiers verantwortlich, denen das Umfeld für weitere Preisrückgänge zu riskant geworden sei. Wann und ob die Metalle letztlich auch von einer generellen Flucht in die Sachwerte profitieren werden, gilt zurzeit noch als ungewiss.

Völlig unberührt von der weltpolitischen Lage scheint dagegen der Getreidemarkt. Ein neuer Erntebericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA, ließ die Preise für Weizen, Sojabohnen und Mais in Chicago in der vergangenen Woche weiter einbrechen.

Weltvorräte an Weizen schrumpfen

Die Behörde veranschlagt die Weltproduktion von Weizen für das Erntejahr 2001/02 (Juli/Juni) auf 571,07 Mill. Tonnen - nach einer Schätzung von 567,3 Mill. Tonnen im Vormonat. Die Ernte bleibt damit nur noch um 8 Mill. Tonnen gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Markt reagierte allerdings bisher nicht darauf, dass die Weltvorräte an Weizen wohl von 158 auf 134 Mill. Tonnen fallen werden. Hintergrund ist der vermutlich steigende Verbrauch von 588 Mill. auf 595 Mill. Tonnen.

Eine größere Getreideproduktionprognostiziert das USDA unter anderem für Russland, die Ukraine, Syrien, Indien und Brasilien. Deshalb würden einige dieser Länder ihre Exporte deutlich ausweiten können. Kleinere Ernten bei den Exporteuren Australien und Kanada werden dagegen nach Schätzung des US- Landwirtschaftsministeriums zu geringeren Exporten und Endbeständen dieser Länder führen. Eine ähnliche Situation soll sich in der Europäischen Union abzeichnen. Die geringere Weizenernte soll sich hier neben schrumpfenden Endbeständen auch negativ auf den Binnenverbrauch auswirken.

Für die USA selbst sieht das Landwirtschaftsministerium im Wirtschaftsjahr 2001/02 eine gegenüber der August-Schätzung nahezu unveränderte Ernte von 54,19 Mill. Tonnen Weizen voraus. Die Endbestände werden mit 17,21 Mill. Tonnen beziffert, 550 000 Tonnen mehr als in der vorangegangenen Schätzung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%