Rolf-Dieter Mönning zum Insolvenzverwalter bestellt
Wichtigste Cargolifter-Tochter insolvent

Der Luftschiffbauer Cargolifter AG hat für seine Tochter Cargolifter Developement GmbH, die den Kernbereich des Unternehmens in Entwicklung und Produktion umfasst, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.

Reuters BERLIN. Für die Muttergesellschaft Cargolifter AG und die übrigen Tochtergesellschaften sei aber kein Insolvenzantrag gestellt worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Auf die Frage, ob ein solcher Antrag für die Muttergesellschaft bevorstehe, sagte eine Firmensprecherin: "Dazu kann man im Moment keine Aussagen treffen". Beim Amtsgericht Charlottenburg, das für die AG zuständig ist, lag am späten Vormittag nach eigenen Angaben kein Insolvenzantrag von Cargolifter vor.

Die Tochter Cargolifter Development GmbH beschäftigt der Firmensprecherin zufolge 283 der insgesamt 495 Mitarbeiter von Cargolifter. Sie sei verantwortlich für die Entwicklung und Produktion aller Arten von neuartigen Luftschiffen, wie sie Cargolifter plant. Die Tochter umfasse somit "die Kerntätigkeit" der Gruppe.

Insolvenz soll Weg zur Neuausrichtung freigeben

In der Firmenmitteilung hieß es lediglich, die Tochter sei "schwerpunktmäßig mit der Entwicklung und Produktion des Transport-Luftschiffs CL 160" beschäftigt. Mit ihrer Insolvenz könne der Weg für eine grundlegende Neustrukturierung und Sanierung der Cargolifter-Gruppe geebnet werden. Der Antrag zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Tochterfirma sei beim Amtsgericht Cottbus gestellt worden.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei Professor Rolf-Dieter Mönning bestellt worden. Derzeit werde an einem Sanierungskonzept für Cargolifter gearbeitet, das nach Abstimmung mit Mönning vorgelegt werden solle. "Auf diese Weise nutzt die Cargolifter Gruppe die im deutschen Insolvenzrecht vorgesehene Möglichkeit zur Vorlage und Umsetzung eines eigenen Konzepts zur Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens."

Sanierungs-Chancen für Cargolifter AG steigen

Da für die Cargolifter AG und die anderen Töchter keine Insolvenzanträge gestellt worden seien, könne nun ein weiterer Abfluss von Liquidität vermieden werden, hieß es. Die Chancen für eine erfolgreiche Sanierung würden damit größer. Ziel des Konzepts sei der Fortbestand des Unternehmens und die Fortführung ihrer Geschäfte. Konzentrieren wolle sich Cargolifter künftig auf den Bau und Vertrieb des Transport-Ballons CL 75 AirCrane. Für diesen sollen weitere Einsatzmöglichkeiten entwickelt werden. Aber auch die Kernkompetenz für das große Zukunftsprodukt des Unternehmens, das Transport-Luftschiff CL 160, sollen erhalten und bei sicher gestellter Finanzierung umgesetzt werden.

Cargolifter steht nach eigenen Angaben bei der Umsetzung seines Sanierungskonzepts in Kontakt mit dem Bund und führt die Gespräche mit dem Land Brandenburg sowie mit Banken und möglichen Investoren weiter. Dabei geht es um die Lösung der aktuellen Finanzierungsprobleme des Unternehmens.

Cargolifter hatte sich am vergangenen Dienstag für zahlungsunfähig erklärt. Die Deutsche Börse setzte die Cargolifter-Aktie am Freitag zunächst vom Handel aus. Nach der Wiederaufnahme notierte sie am Mittag mit 1,8 Prozent im Plus bei 19,49 Euro.

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