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Roller hält selbst das Gleichgewicht

Bei dem mysteriösen Gefährt, das der amerikanische Erfinder Dean Kamen jetzt vorgestellt hat, sind die Räder links und rechts der Plattform angeordnet. Daher kann der Roller beim Fahren nicht kippen.

MANCHESTER. Monatelang rankten sich um eine Erfindung des US-amerikanischen Entwicklers Dean Kamen die wildesten Gerüchte. Das rätselhafte Fahrzeug mit dem Decknamen "Ginger" oder "IT" sollte angeblich die Welt stärker verändern als das Internet. Jetzt lüftete Kamen sein Geheimnis: Bei dem Gerät handelt es sich um eine Art Plattform mit zwei Rädern, die sich beim Fahren selbst ausbalanciert.

Durch einen Batterieantrieb bringt es das 30 Kilogramm schwere Gefährt auf maximal 20 Stundenkilometer. Umgerechnet rund 3.300 Euro müssen künftige Besitzer dafür hinblättern. Die Produktionsfirma Deka http://www.dekaresearch.com/aboutDean.html will das Gerät in einen Jahr auf den Markt bringen.

"Segway Human Transporter", so die Bezeichnung für das Verkehrsmittel besitzt ein innovatives Balance-System. Im Gegensatz zu einem Roller sind die Räder links und rechts der Plattform angeordnet. Der Fahrer muss nicht selbst auf sein Gleichgewicht achten. Gewichtssensoren und ein Computersystem mit zehn verschiedenen Mikroprozessoren messen seinen Körperschwerpunkt mehr als 100 mal in der Sekunde. Verlagert der Fahrer sein Gewicht, begreift das intelligente Vehikel automatisch, in welche Richtung die Fahrt gehen soll. Zur Beschleunigung genügt es, sich nach vorne zu neigen. Lehnt sich der Fahrer zurück, tritt die Bremse in Aktion. 28 Kilometer kann "Segway" zurücklegen, dann müssen die Batterien neu geladen werden.

Kamen ist überzeugt davon, dass sein Fahrzeug mit Autos konkurriert und sie eines Tages vielleicht ersetzen wird. Kritiker gehen jedoch davon aus, dass Nutzer durch das monotone Stehen auf der Plattform schnell ermüden. Auf Gehwegen könnte es zu gefährlichen Zusammenstößen mit Passanten kommen. "Eine nette Idee. Aber ich glaube nicht, das die Leute so etwas wollen", äußert sich der renommierte britische Erfinder Clive Sinclair im Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Wer sich durch Kritik nicht abschrecken lässt, kann "Segway" vorbestellen: Der Online-Buchhändler Amazon hat schon seit Monaten eine spezielle Bestellseite für das Produkt eingerichtet.

wsa

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