Romantisch verklärtes Butter-und- Milch-Refugium
„A Magic Place to Go“

Auf den Spuren von Heinrich Bölls Achill Island - dort, wo das grüne Eire so irisch wie nirgendwo sonst ist.

Ernüchterung auf dem Weg von Shannon Airport nach Westen: Irland? Eine zersiedelte Landschaft zieht draußen vorbei. Rushhour. Kurvenlos schaffen Umgehungsstraßen Raum für weiter anschwellende Blechkarawanen. Das romantisch verklärte Butter-und- Milch-Refugium - längst ist es angekommen in der Mitte des modernen Europa. "Fahrt nach Norden", rät abends der Wirt hinter dem Zapfhahn. "Je weiter hinauf", setzt er hinzu, "desto bölliger wird es". Wie bitte? "Annie, where is that bloody map?" Seinen Zeigefinger drückt er auf Connemara, Achill und Mullet, zerklüftete Ausbuchtungen, die nicht nur auf der Karte wild in den Atlantik hineinragen. "Dort müsst ihr hin! Kennen die Deutschen Heinrich Bölls ?Irisches Tagebuch' nicht?"

Durch die Hafenstadt Galway zieht sich stockend das Blech. Zum Glück wird es dunkel. Es regnet, was sonst. Irgendwann kommt ein Abzweig zum schwer buchstabierbaren "Ballynahinch", wo sich unversehens eine Geisterlandschaft auftut: Flüsse und Bäche rauschen durch Hochmoorvegetation, Wasserfälle stürzen von Felsklippen; der Mond, der hier nur selten klar über den Bergketten steht, schickt dann und wann ein fahles Licht durch die Wolkenbänke. Blitze geben für Sekunden eine Märchenlandschaft Preis.

Wir erwachen in einem Schloss, das einst einem indischen Maharadscha gehörte, nämlich His Highness the Maharaja Jam Sahib of Nawanagar. Der Blick aus der Suite Elephant Walk auf den Salmon River geht unterhalb des Ballynahinch Castle durch ein grünes Naturparadies. "Der Kasten stammt aus dem 16. Jahrhundert", grinst Patrick O?Flaherty, 38, General Manager und Nachfahre des Clans der Erbauer. Im hoteleigenen Pub zapft er eine Reihe tiefschwarzer Guinness, während er die abenteuerlichsten Ballynahinch-Geschichten erzählt.

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