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Roms Titeljagd mit Gegenwind

Zum Auftakt der italienischen Fußballliga weht Rudi Völler beim AS Roms erstmals Gegenwind ins Gesicht.

dpa ROM. Zum Auftakt der italienischen Fußballliga weht Rudi Völler beim AS Roms erstmals Gegenwind ins Gesicht.

"Völler ist menschlich großartig. Als Trainer haben wir ihn aber noch nicht verstanden", sagte Neuzugang Simone Perrotta der "La Gazzetta dello Sport". Unbeeindruckt bläst der ehemalige DFB-Teamchef trotzdem zur Jagd auf Titelverteidiger und Top-Favorit AC Mailand. "Milan steht eine Stufe über allen, aber dann kommen Juventus Turin, Inter Mailand und wir", startete der Liebling der römischen "Tifosi" mit großen Ambitionen in die Serie A.

Nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Emerson, Zebina und Samuel steht der für den plötzlich vor zwei Wochen zurückgetretenen Cesare Prandelli eingesprungene Völler mit dem Vize-Meister jedoch vor einer schweren Saison. Schon zum Auftaktspiel im Olympiastadion gegen Aufsteiger Florenz muss der frühere Mittelstürmer des AS Rom improvisieren. Vier Leistungsträger sind verletzt, so dass rund um Spielmacher und Kapitän Francesco Totti und dem jungen Stürmerstar Antonio Cassano nicht die erste Wahl auf dem Platz steht. In Ermangelung prominenter Neuzugänge setzen die Fans ohnehin alle Hoffnungen auf den ersten deutschen Trainer in der Serie A, dem auch Mittelfeldspieler Perrotta immerhin zutraut, dass er der Mannschaft "viel geben kann".

Im italienischen Spitzen-Quartett erscheinen Völlers Römer vor dem ersten Spieltag jedoch das schwächste Team zu sein. "Milan, Juve und Inter sind zu stark", räumt Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi dem AS Rom überhaupt keine Titelchancen ein. Meister Milan, der sich mit dem niederländischen Verteidiger Jaap Stam noch weiter verstärkt hat, schwebt über allen. "Titelverteidigung und der Champions-League- Cup", lautet das Saisonziel von Milan-Coach Carlo Ancelotti.

Den größten Respekt flößen dem Meister nicht Rudis Römer, sondern der große alte Rivale aus Turin ein. Juve hat mächtig aufgerüstet. Mit Emerson, dem schwedischen Nationalstürmer Zlatan Ibrahimovic, Abwehrstar Fabio Cannavaro sowie dem früheren Roma-Meistertrainer Fabio Capello sind den Turinern große Würfe gelungen. "Mit Juve will ich die Meisterschaft und die Champions League gewinnen", kündigte der 22-jährige Ibrahimovic Milan gleich doppelt den Kampf an.

Rom startet als Außenseiter, Juve als erster Milan-Jäger - und Inter? Hinter den Chancen der Mailänder, die seit dem Titelgewinn 1998 mit Lothar Matthäus auf den ganz großen Erfolg warten, steht wieder einmal ein großes Fragezeichen. "Adriano und unser neuer Trainer Roberto Mancini begeistern mich wahnsinnig", jubelt Club- Besitzer Massimo Moratti zwar, aber selbst die eigenen Fans sind angesichts von Christian Vieris Verletzungssorgen und den Enttäuschungen der letzten Jahre skeptisch geworden. Mit Ex-Lazio- Trainer Mancini und Neuzugang Edgar Davids will das beispiellos investitionsfreudige Inter vom Ausgabenmeister endlich zum Fußballmeister aufsteigen. In den letzten Jahren gingen die Mailänder aber trotz hunderttausender Euro für neue Stars regelmäßig leer aus.

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