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Ron Sommer und die Talfahrt der T-Aktie

Er muss sich mal wieder grillen lassen, von Analysten und Fondsmanagern, Aktionärsschützern und Kleinanlegern. Sie alle nehmen Ron Sommer ins Kreuzverhör.

Und der Chef der Deutschen Telekom kann eigentlich nur immer wieder die ewig gleiche Geschichte erzählen: vom Riesen-Wachstumspotenzial im Mobilfunk, von den erfolgreichen Inhalte-Kooperationen der Internettochter T-Online, dem einzigartigen Datenserviceunternehmen T-Systems und schließlich dem klassischen Festnetzgeschäft, der Cash-Cow des Konzerns, kurzum von seiner "Erfolgsstory" berichten. Den Fall der T-Aktie kann aber die immer gleiche Wiederholung nicht aufhalten. Inzwischen ist die vermeintliche Volksaktie sogar kurzzeitig unter ihren Ausgabepreis vom November 1996 gefallen.

Aktionärsschützer fordern daher wieder einmal Sommers Kopf: "Es ist Herbst, der Sommer ist vorbei", sagen sie. Aber würde das etwas ändern? Ein neuer Telekom-Chef kann die Baisse an den Aktienmärkten schließlich auch nicht umkehren. Und das abgrundtiefe Misstrauen des Finanzmarktes gegenüber neuen Mobilfunkdiensten über UMTS-Netze, die künftig das große Geld bringen sollen, sitzt im Moment auch zu tief. Erst wenn der Nutzen der neuen Services sichtbar wird, wird der Pessimismus schwinden. Außerdem hat Sommer grundsätzlich gute Arbeit geleistet. Darüber sind sich Analysten einig. Schließlich hat er aus einem lahmen Beamtenladen einen internationalen Telekommunikationskonzern geschaffen.

In dem allgemeinen Markttief geht das aber unter. Bis diese Stimmung überwunden ist, macht es auch nicht viel Sinn, wenn Sommer immer wieder sagt, ein Aktienkurs von 65 oder 70 Euro entspreche der fairen Bewertung seines Unternehmens. Das will im Moment einfach keiner hören, der mit dem Fall der T-Aktie Geld verloren hat. Sommer steckt da ganz schön in der Zwickmühle. Denn natürlich kann der Telekom-Chef sich auch nicht hinstellen und sagen, das Unternehmen sei 15 Euro wert. Da würde sich ja jeder Kleinanleger, der im Sommer vergangenen Jahres 66,50 Euro pro Aktie ausgegeben hat, ganz schön veräppelt fühlen.

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