Ron Sommers Hintertür
T-Aktie: Haltefrist umgangen

Verkaufen ohne zu Verkaufen. So konnten die Deutsche Bank und die Telekom die Haltefrist umgehen. Wie der Handel funktionierte, schreibt das Wall Street Journal (WSJ). Die Chronik der T-Aktie Link zum WSJ-Artikel Kommentar: Volksaktie ade!

wsj/rtr NEW YORK. Die Deutsche Telekom wirbt in ganzseitigen Anzeigen um das Vertrauen der Anleger. Hinter den Kulissen war der Konzern nach einem Bericht des Wall Street Journal Europe (WSJE) aber sehr wohl bemüht, den Verkäufern alle, durch die Haltefrist bestehenden Hürden, aus dem Weg zu räumen. Wie die Zeitung am Donnerstag berichtete, habe der Auftraggeber, der eigentlich einer Haltefrist unterlegen habe, die Aktien einem Schwesterunternehmen übertragen, welches keine Halte-Vereinbarung unterzeichnet hatte. Dieses habe dann die Aktien über die Deutsche Bank verkauft. Somit sei die Haltevereinbarung gebrochen worden, hieß es.

Die Hutchison Whampoa Ltd, Hongkong, hat unterdessen bekräftigt, nicht der Auftraggeber des Aktienverkaufs gewesen zu sein. Hutchison halte weiterhin die 4,9-prozentige Beteiligung an der Deutschen Telekom und sehe diese als langfristiges Investment an.

Wie das Wall Street Journal Europe weiter berichtete, habe die Deutsche Telekom schon weit vor dem Ablauf der Haltefrist für ehemalige Voice-Stream-Aktionäre am 1. September die Deutsche Bank von Beschränkungen im Handel mit der T-Aktie befreit. So sei eine Hintertür für den vorzeitigen Verkauf geschaffen worden.

Neue Absprachen hinter den Kulissen

Die Deutsche Telekom hat einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagsausgabe) zufolge sechs Investmentbanken Aufträge in Aussicht gestellt, wenn diese vorerst auf den Verkauf von Telekom-Aktienpaketen von Großaktionären verzichten. Die Telekom habe den Banken klargemacht, dass sie bei einem entsprechenden Vorgehen bevorzugter Partner bei der Ausgabe von Aktien und Anleihen sein würden. Die Telekom wolle damit verhindern, das der Markt mit T-Aktien überflutet werde, hieß es in dem Bericht. Bei der Telekom war am Donnerstagmorgen zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der Kurs der T-Aktie, der zuletzt bereits stark unter Druck gestanden hatte, gab am Donnerstagmorgen weitere rund fünf Prozent auf 18,10 Euro nach.

Zusätzliche Aufträge als Köder

Den Banken seien indirekt zusätzliche Aufträge angeboten worden, wenn sie keine großen Aktienpakete der früheren Voicestream-Aktionäre verkauften, hieß es in dem Bericht weiter. Es gebe zwar keine formelle Vereinbarung, doch es herrsche Einverständnis, dass die Banken den Kurs der T-Aktie nicht vor dem erwarteten Rückfluss von Aktien aus der Voicestream- Transaktion unter Druck bringen. Die Banken würden das Abkommen als nicht bindend beschreiben. Bei den Instituten handele es sich um die Deutsche Bank, die Dresdner Kleinworth Wasserstein, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Credit Suisse First Boston und Schroder Salomon Smith Barney.

Der Kurs der Telekom-Aktie war zuletzt um mehr als 20 Prozent gefallen, nachdem am Dienstag vergangener Woche bekannt geworden war, das die Deutsche Bank im Auftrag eines nicht genannten Investors 44 Millionen T-Aktien verkauft und damit nach Angaben von Händlern Ängste vor weiteren Paket-Verkäufen geschürt hatte. Am Tag davor hatte das Institut, das ebenso wie Goldman Sachs am Börsengang des Bonner Konzerns und auch den weiteren Platzierungen von T-Aktien maßgeblich beteiligt war, seine Kaufempfehlung für den Titel bekräftigt. Die Telekom hatte die Bank für ihr Vorgehen scharf kritisiert und angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen. Ein Telekom-Aktionär hatte nach Angaben seines Anwalts Strafanzeige gegen die Deutsche Bank eingereicht.


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