Ron Vrijmoet, 40, ist Chef der Werbeagentur J. Walter Simpson
Wie fühlt man sich eigentlich, ... Herr Vrijmoet

wenn man als Holländer in Deutschland arbeitet?*

Für uns Holländer ist es eine echte Herausforderung, in Deutschland zu arbeiten. Für uns ist es wirklich verwirrend, dass man entweder Sie oder Du sagt und nicht immer richtig einzuschätzen, wann welche Anrede die richtige ist. Das Problem hatte ich hier in der Werbebranche aber eher mit den Kunden draußen als den Kollegen hier. Ich habe dann etwas Übung gebraucht und meine Trefferquote ist inzwischen ganz stattlich.

Gewöhnen musste ich mich auch hieran: Man lädt sich unter Arbeitskollegen nur selten nach Hause ein. Als ich dennoch so eine Einladung bekam, war es ausgerechnet zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Das war für mich doppelt schwer, weil ich Fußballfan und eingefleischter Oranje-Team-Fan bin. Und seit 1974 - als die Deutschen im Endspiel die Holländer besiegten - sind die Fehden der Kicker-Fangemeinden legendär. Der Song "Ohne Holland fahren wir zur WM!" dudelte den ganzen Tag im Radio und führte die Charts an. Die Einladung war nett gemeint, aber so leidensfähig bin ich dann doch nicht. Aber woran auch ich als Holländer mich nie gewöhnen werde, ist Handkäs mit Musik - das ist für mich einfach kein Käse."

Die Frage stellte Claudia Tödtmann

*Nachdem der Niederländer Ron Vrijmoet in Asien, England und Holland in der Werbebranche gearbeitet hat, verschlug es ihn als CEO der international tätigen Werbeagentur J. Walter Thompson (Vorzeige-Etats: Knorr, Becks Bier, Mazda) nach Frankfurt.

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