Ronny Ackermann bleibt Optimist: Suche nach dem Gold-Schuh

Ronny Ackermann bleibt Optimist
Suche nach dem Gold-Schuh

Ronny Ackermann hat ein Problem, was gewöhnlich nur Frauen haben: Er weiß nicht, welche Schuh er tragen soll. Doch der Oberhofer sucht nicht ein gewöhnliches Exemplar der Fußbekleidung, sondern den idealen Sprungstiefel. Dieser soll ihn am Freitag bei der ersten Entscheidung der nordischen Kombinierer bei den Weltmeisterschaften in Val di Fiemme derart helfen, dass das "Unternehmen WM-Gold" nicht schon nach der ersten Teildisziplin in unerreichbare Ferne gerückt ist.

HB/dpa VAL DI FIEMME. "Ronny hat vier Paar Schuhe, aber nur die zwei schlechtesten stehen ihm derzeit zur Verfügung", verriet Bundestrainer Hermann Weinbuch. Das Dilemma begann in der vergangenen Woche im Trainingslager in St. Moritz. Ackermann stürzte nach einem Sprung und "zerlegte" dabei seinen Lieblingsstiefel in Einzelteile: Totalschaden. "Bei den Sprungschuhen ist es wie mit normalen Straßenschuhen: Sie müssen eingelaufen, weich und geschmeidig sein, man muss sich darin wohlfühlen. Hinzu kommt, dass die Sprungschuhe die Verbindung zwischen Ski und Körper sind, also auch ein Sicherheitsfaktor", beschrieb der 25-Jährige die Situation. Also holte er seine Olympia-Schuhe aus dem Keller, die ihn in Salt Lake City zu zwei Mal Silber getragen hatten. Doch einer davon war gebrochen, Weinbuch untersagte die Nutzung. Mit dem dritten Paar ist der Weltcup-Spitzenreiter derzeit im Training am Start, ein viertes, nagelneues Paar entpuppte sich bei der ersten Nutzung als unbrauchbar.

"Wir haben wahrscheinlich einen Wundermechaniker gefunden, der meine beiden defekten Schuhe tatsächlich flickt", sagte Ackermann noch am Mittwoch. Das Problem: Die reparierten Exemplare kamen erst am Donnerstag in Predazzo an, als das letzte Sprungtraining beendet war. "Ich muss sie halt mal ordentlich gegen die Wand schleudern. Wenn sie dann noch ganz bleiben, werde ich damit auch springen", meinte der Sportsoldat. Allerdings hat er nur noch einen Probesprung zur Verfügung, um aus zwei Paar das richtige für den Wettkampf zu finden.

Schuh hin oder her - Ackermann ist Kandidat für eine Medaille, auch wenn er sich nicht auf eine bestimmte festlegte. "Die Kombination ist nicht berechenbar. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich weiß, dass ich gut in Form bin, doch auch Samppa Lajunen oder Felix Gottwald sind es. Es wird eine spannende Entscheidung", wagte der Thüringer keine Prognose.

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