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Rostock nach Negativrekord fassungslos

Auf diesen Eintrag in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga hätten die Verantwortlichen von Hansa Rostock gern verzichtet. Nach der achten Heimpleite in Serie stellte die Mannschaft den 39 Jahre alten Negativrekord von Tasmania Berlin ein.

dpa ROSTOCK. Auf diesen Eintrag in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga hätten die Verantwortlichen von Hansa Rostock gern verzichtet. Nach der achten Heimpleite in Serie stellte die Mannschaft den 39 Jahre alten Negativrekord von Tasmania Berlin ein.

"Ich weiß nicht, ob das Wort Enttäuschung das beschreiben kann, was in mir vorgeht", sagte Hansas Vorstandschef Manfred Wimmer. Auch unter "Retter" Jörg Berger konnte der einzige ostdeutsche Erstligist seine "Schwarze Serie" im heimischen Ostseestadion nicht stoppen und muss nach der 0:2-Pleite gegen Bayer Leverkusen im dramatischer werdenden Abstiegskampf konstatieren: Von Erstligareife ist die Mannschaft in ihrer elften Bundesliga-Saison Lichtjahre entfernt.

Hatten die Hansa-Verantwortlichen mit der Verpflichtung von "Feuerwehrmann" Berger und dem 1:1 bei Hertha BSC Berlin vor einer Woche noch auf eine Trendwende gehofft, wurden sie vor heimischer Kulisse einmal mehr bitter enttäuscht. Seit 361 Minuten zu Hause ohne Tor, ängstlich, wie ein Häufchen Elend, ideen- und kopflos: Der Zustand und die Lage des Vorzeige-Clubs Ostdeutschlands werden immer Besorgnis erregender und lassen derzeit kaum noch Hoffnung zu, den drohenden Abstieg in die Zweitklassigkeit abzuwenden. "Ein beträchtliches Stück Hoffnung ist heute geschrumpft", bekannte der frisch wiedergewählte Aufsichtsratsvorsitzende Horst Klinkmann.

Berger, der in seiner langjährigen Karriere schon so manch sinkendes Schiff vor dem Untergang bewahrt hat, sieht die Zeit davonrennen. "Ich habe eine tote Mannschaft gesehen, die völlig mutlos gespielt hat. Das ist unerklärlich", sagte der 60-Jährige, der seit seinem Amtsantritt vor knapp anderthalb Wochen in zahlreichen Einzelgesprächen versucht hatte, die Psyche der angeschlagenen Hansa-Spieler wieder auf Vordermann zu bringen. Doch Dimitar Berbatow (36.) und Andrej Woronin (63.) mit ihren jeweils siebten Saisontreffern für die keineswegs grandios aufspielende Bayer-Elf versetzten Hansa vor 15 800 Zuschauern erneut in einen Schockzustand.

"Das ist eine Katastrophe. Vielleicht haben sich die ständigen Berichte über den Negativrekord in den Köpfen festgesetzt", versuchte sich Kapitän Mathias Schober, der laut Berger als einziger Normalform erreichte, in Ursachenforschung. Gleichzeitig appellierte der 28-Jährige aber an die Ehre seiner Mitspieler: "Wir sind Profis und müssen alles dafür tun, endlich zu punkten." Doch angesichts des erneuten Rückschlages wird der Krisen erprobte Berger langsam unruhig: "Wenn wir nicht so schnell wie möglich die Kurve kriegen, ist es fast aussichtslos, da unten raus zu kommen."

Klaus Augenthaler konnte hingegen im achten Anlauf endlich den ersten Auswärtssieg bejubeln. "Kompliment an mein Team. Uns wurde ja schon eine Auswärtsphobie eingeredet. Aber heute haben wir dank einer disziplinierten Leistung verdient gewonnen", resümierte Leverkusens Trainer zufrieden nach der abgeklärten Vorstellung seiner Mannen. Vor allem der seit Wochen in bestechender Form aufspielende Berbatow wusste seinem Coach zu gefallen. "Er entwickelt sich kontinuierlich weiter und ist auf einem guten Weg", lobte Augenthaler den bulgarischen Nationalspieler.

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