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Rostock und Dortmund nach Remis im Tabellenkeller

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Weder bei Hansa Rostock noch bei Borussia Dortmund wollte nach dem 1:1 (1:1) und der weiter deprimierenden Tabellensituation Weihnachtsstimmung aufkommen.

dpa ROSTOCK. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Weder bei Hansa Rostock noch bei Borussia Dortmund wollte nach dem 1:1 (1:1) und der weiter deprimierenden Tabellensituation Weihnachtsstimmung aufkommen.

"Wenn man die Chancen sieht, war das Remis eindeutig zu wenig. Uns erwartet eine sehr schwere Rückrunde. Aber wir haben uns selbst in diese Lage gebracht", resümierte Hansa-Coach Jörg Berger, dem auch im vierten Spiel unter seiner Regie ein Sieg versagt blieb. Gegenüber Bert van Marwijk, der sich allein über das Comeback des lange verletzten Nationalspielers Christoph Metzelder freuen konnte, war am Ende sogar noch "glücklich über die Punkteteilung": "Im Abstiegskampf ist es wichtig, dass wir hier nicht verloren haben."

In dem für beide Clubs überlebenswichtigen Kampf um den Klassenverbleib erfüllte sich somit weder für den einen noch den anderen die Hoffnung, mit einem Erfolgserlebnis wenigstens halbwegs besinnliche Feiertage begehen zu können. Vielmehr wird auch in der sechswöchigen Winterpause die Abstiegsangst in den Köpfen herum spuken. "Die Lage ist mit nur elf Punkten nach wie vor dramatisch. Da gibt es auch angesichts der guten Leistung heute nichts zu beschönigen. Uns stehen harte Zeiten bevor", meinte Hansas Vorstandschef Manfred Wimmer, der seine Enttäuschung nur schwer verbergen konnte. Auch BVB-Präsident Reinhard Rauball weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Mit einem Sieg wäre wenigstens ein bisschen Ruhe eingekehrt."

Doch Hansa, nach wie vor Vorletzter, war dem ersten Heimsieg vor 21 800 Zuschauern im Ostseestadion näher als der BVB seinem dritten Auswärtserfolg. Kämpferisch und spielerisch lieferten die Hanseaten, die durch Marcus Allbäcks dritten Saisontreffer (32.) verdient in Führung gegangen waren, eines ihrer besten Spiele ab. Nur die mangelnde Chancenverwertung - allein Antonio Di Salvo (58./65./70.) vergab drei Mal in aussichtsreicher Position - brachte den Gastgeber um den Lohn seiner Mühen. "Aber wir sind auf dem richtigen Weg und müssen zusammen bis zum Ende kämpfen", sagte Allbäck. Auch Berger ist von der Qualität seiner Mannen überzeugt: "Die Mannschaft hat sich gesteigert. Darauf kann man aufbauen und lässt fürs nächste Jahr hoffen."

Bei den Borussen, deren Ausgleichstreffer durch Nationalspieler Sebastian Kehl (40.) vom Rostocker Delano Hill unhaltbar ins eigene Tor abgelenkt wurde, gaben nur 15 Minuten in der ersten Halbzeit Anlass zur Hoffnung. "Da haben wir das Spiel bestimmt. Wenn wir im zweiten Durchgang daran angeknüpft hätten, hätten wir das Spiel auch gewinnen können", meinte Christoph Metzelder, der nach mehr als 20- monatiger Verletzungspause sein Bundesliga-Comeback feierte.

Leistungsträger wie Spielmacher Tomas Rosicky und Stürmer Ewerthon, der allerdings immerhin zwei Mal auf der eigenen Linie rettete, tauchten beim BVB völlig ab. Ein Leader, der das Ruder herumreißt und die Mannschaft motivieren kann, ist nicht in Sicht. "In der zweiten Hälfte haben wir aufgehört, Fußball zu spielen und somit den Gegner stark gemacht. So eine Leistung reicht im Abstiegskampf nicht aus", kritisierte van Marwijk sein Team. Für Metzelder ist angesichts der Nerven aufreibenden sportlichen und finanziellen Lage jetzt vor allem dies wichtig: "Wir müssen in der Pause die Köpfe frei kriegen und uns von den Problemen im Umfeld befreien. Dann können wir auch wieder gute Leistungen abrufen."

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