Rot-Weiß Oberhausen hat Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Rufmord eingereicht
DFB ermittelt nicht wegen Wettbetrugs

Die Affäre um einen angeblichen Wettbetrug in der Zweiten Fußball-Bundesliga hat voraussichtlich kein Nachspiel. Nach einer ersten Prüfung der Vorwürfe gegen Rot-Weiß Oberhausen sieht der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) keinen Anlass für Ermittlungen. "Ich habe die TV-Bilder aus dem Spiel gesehen und die Erklärungen der Spieler vorliegen.

HB MÜNCHEN. Aus meiner Sicht gibt es keinen Ansatz für eine Anklage", sagte Kontrollausschuss-Vorsitzender Horst Hilpert der "Bild"-Zeitung. Rot-Weiß Oberhausen war unterstellt worden, das Spiel in Aue absichtlich verloren haben - durch ein Eigentor und einen Foulelfmeter. Wegen der ungewöhnlich hohen Wetteinsätze auf einen Auer Sieg hatten deutsche und österreichische Buchmacher die Partie zwei Stunden vor dem Anpfiff vom Wettschein genommen.

Am Donnerstag reichte Rot-Weiß Oberhausen bei der Staatsanwaltschaft Duisburg Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Rufmordes ein. Überdies gaben die Profis Eidesstattliche Versicherungen ab, dass sie weder aktiv noch passiv an vermeintlichen Wettmanipulationen beteiligt gewesen seien. Oberhausens Anwalt Horst Klettke, der den Verein beim DFB und bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vertritt, forderte eine "gründliche und lückenlose Aufklärung, denn was hier passiert, geht weit über den Tellerrand hinaus".

Bislang gab es im deutschen Fußball zwei Wettskandale. 1970/71 wollten sich Kickers Offenbach und Arminia Bielefeld den Klassenerhalt durch Spielmanipulationen erkaufen. 52 Spieler und zwei Trainer wurden gesperrt, Bielefeld musste zwangsweise absteigen. 1991 erzielte Vlado Kasalo vom 1. FC Nürnberg zwei absichtliche Eigentore, weil er Spielschulden begleichen wollte. Am stärksten von Manipulationen betroffen ist Italien: Bis zu 19 Profiklubs haben in diesem Jahr Ergebnisse mit der Wettmafia abgesprochen. Schon 1980 wurden der AC Mailand und Lazio Rom wegen Manipulation zum Abstieg verurteilt.

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