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Rotation auf den Trainerbänken

Hamburg (dpa) - Drei neue Gesichter, ein Rückkehrer und eine Art Ringtausch - vor der 42. Saison der Fußball-Bundesliga hat sich nicht nur das Spielerkarussell kräftig gedreht. Auch auf den Trainerbänken setzen drei Vereine auf das Prinzip Rotation.

Hamburg (dpa) - Drei neue Gesichter, ein Rückkehrer und eine Art Ringtausch - vor der 42. Saison der Fußball-Bundesliga hat sich nicht nur das Spielerkarussell kräftig gedreht. Auch auf den Trainerbänken setzen drei Vereine auf das Prinzip Rotation.

Vorjahres-«Vize» Bayern München will mit Felix Magath wieder an bessere Zeiten anknüpfen, dessen frei gewordenen Trainerstuhl beim VfB Stuttgart übernahm der ehemalige Dortmunder Coach Matthias Sammer. Beim BVB wiederum hat jetzt Bert van Marwijk das Sagen.

Der Niederländer ist neben den Aufsteiger-Trainern Uwe Rapolder (Arminia Bielefeld) und Jürgen Klopp (FSV Mainz 05) der einzige echte Neuling in der höchsten deutschen Spielklasse, steht jedoch vor einer ungleich schwereren Aufgabe: Van Marwijk muss der Spagat zwischen den traditionell hohen Ansprüchen des Dortmunder Publikums und den neuerdings leeren Kassen bei der Borussia gelingen. Mit dem Aus im UI-Cup hat der Coach, der sich lockerer präsentiert als sein Vorgänger, bereits den ersten Rückschlag hinnehmen müssen.

Vor einer Weichenstellung für die eigene Zukunft in der Branche stehen möglicherweise Sammer und Rückkehrer Falko Götz, der nach einem 13-monatigen Intermezzo bei 1860 München wieder bei Hertha BSC Berlin die Kommandos gibt. Beide wollen bei ihren früheren Clubs die Chance nutzen, ihren angekratzten Ruf wieder aufzupolieren.

Sammer, der zuletzt in Dortmund einen schweren Stand hatte, kehrt mit dem Bonus des Titelgewinns von 1992 nach Stuttgart zurück. Götz möchte nach der enttäuschenden Münchner Episode seine persönliche «Erfolgsstory» in Berlin weiter schreiben: Als Spieler stieg er 1997 mit Hertha in die erste Liga auf, als Trainer sammelte er 2002 in 13 Spielen beachtliche 28 Punkte und überzeugte dabei die Fans mit attraktivem Offensivfußball. Dennoch ist Götz bemüht, die Erwartungen niedrig zu halten, und hat Rang neun als Saisonziel ausgegeben.

Neben Magath, Sammer, van Marwijk, und Götz konnten sieben weitere Trainer in diesem Jahr erstmals eine komplette Vorbereitung leiten, nachdem sie ihre Teams im Laufe der vergangenen Saison übernommen hatten: Klaus Toppmöller (Hamburger SV), Erik Gerets (VfL Wolfsburg), Ewald Lienen (Hannover 96), Holger Fach (Borussia Mönchengladbach), Juri Schlünz (Hansa Rostock), Kurt Jara (1. FC Kaiserslautern) und Rapolder werden deshalb unter besonderer Beobachtung stehen.

Mit einem Durchschnittsalter von 47,3 Jahren sind die Übungsleiter etwas jünger als zu Beginn der Vorsaison (48,1). Die beiden einzigen Trainer unter 40 sind Sammer (36) und Klopp (37), die «Senioren» sind Schalkes Jupp Heynckes (59), der mit 478 Bundesliga-Spielen auch der Erfahrenste ist, und Freiburgs Volker Finke (56). Finke, seit 1991 in Freiburg, ist zugleich der Dienstälteste vor dem Bremer Thomas Schaaf, der im Mai 1999 Magath abgelöst hatte.

Frischen Wind verspricht vor allem Aufsteiger Klopp, laut «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» der «Gegenentwurf zu den vielen gelangweilten, genervten, schlecht gelaunten Übungsleitern im Finanzbetrieb Bundesliga». «Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen. Uns soll man anmerken, dass Fußball ein geniales Spiel ist», kündigte der Diplom-Sportlehrer ohne Trainer-Lizenz an.

Bei allem Optimismus zu Saisonbeginn ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis das Trainerkarussell wieder in Gang kommt. Glaubt man den fragwürdigen Angeboten der Sportwetten-Anbieter, hat Hamburgs Toppmöller die besten Aussichten, den ersten Platz darin zu besetzen.

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