Rote Karte bringt Entscheidung
Werder Bremen holt DFB-Pokal

Werder Bremen hat nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal geholt. Eine Rote Karte brachte im Endspiel gegen Alemannia Aachen die Entscheidung.

HB BERLIN. Um 21.52 Uhr war es perfekt. Werder Bremen hat sich in einem packenden Finale um den DFB-Pokal mit einem 3:2 (2:0) über Zweitligist Alemannia Aachen erstmals das Double gesichert. Drei Wochen nachdem der Bundesligist die deutsche Meisterschaft mit dem Sieg bei Bayern München vorzeitig gewann, krönte Werder mit dem fünften Triumph im DFB-Pokal eine nahezu perfekte Saison. Ein gelungener Abschluss der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf, die den Fans in diesem Jahr den mit Abstand besten Fußball in Deutschland schenkte.

Aachen hingegen, das wacker kämpfte und sich bis zum Schluss nicht aufgab, erlitt in Berlin den zweiten Tiefschlag innerhalb von nur sechs Tagen. Am Sonntag erst hatte das Team von Trainer Jörg Berger in Karlsruhe den Aufstieg in die Bundesliga verspielt. Aachen bleibt damit nach einer guten Saison nur noch der schwache Trost, in der kommenden Spielzeit im Uefa-Cup antreten zu dürfen.

Bei dem verdienten Sieg vor 71.286 Zuschauern im Berliner Olympiastadion sah Bremen früh wie der sichere Sieger aus. Dabei stachen vor allem die deutschen Nationalspieler Fabian Ernst und Frank Baumann hervor. Ernst bereitete mit einem sehenswerten Solo an der Außenlinie das 1:0 vor, in dem er klug zu Tim Borowski zurückpasste, der vom Elfmeterpunkt mit einem Schlenzer zur Führung abschloss (31.).

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff öffnete Baumann mit einem klugen Steilpass das Spiel, und Torjäger Ivan Klasnic sorgte mit einem harten Flachschuss für die Vorentscheidung (45.). Stefan Blank brachte Aachen zwar mit einem Kopfball zurück ins Spiel (52.), doch Bremen überstand die anschließende Drangphase der tapferen Alemannen und der überragende Borowski machte mit seinem zweiten Treffer alles klar (84.). Der Anschlusstreffer von Erik Meijer (90.) kam zu spät.

Bremen drückte von Beginn an aufs Tempo und zeigte unbedingten Willen, die peinlichen Pleiten gegen Bayer Leverkusen und Hansa Rostock nach den Meisterfeierlichkeiten schnell vergessen zu machen. Wer dachte, dass diese Niederlagen und die Streitigkeiten mit dem Vorstand um die Punktprämien das Spiel lähmen würde sah sich getäuscht.

Bereits in der ersten Minute war der nach Schalke wechselnde Torjäger Ailton entwischt, und Aachens Alexander Klitzpera wusste sich an der Strafraumgrenze nur durch ein Foul zu helfen. Wenig später prüfte Borowski aus spitzem Winkel Torhüter Stephan Straub, doch der Schlussmann war auf dem Posten.

Der Underdog vom Niederrhein, der seit der Gründung der Bundesliga 1963 als zwölfter unterklassiger Klub das Finale erreicht hatte, verlegte sich ganz aufs Kontern. Doch für Gefahr vor dem Tor von Andreas Reinke sorgte eher die Bremer Abwehr selbst. Mladen Krstajic erzielte per Kopf fast ein Eigentor (16.) und wenig später rempelte er Bachirou Salou im Strafraum elfmeterreif an (24.). Der insgesamt schwach auftretende Schiedsrichter Herbert Fandel ( Kyllburg) ließ weiterlaufen und eröffnete Bremen damit die Chance, das schnellere und ideenreichere Spiel frei zu entfalten.

Doch auch nach dem 0:1 spielte der Zweitligist, der bei seiner zuvor einzigen Finalteilnahme 1965 Borussia Dortmund mit 0:2 unterlegen war, weiter gut mit. Bei einem Freistoß von Blank, den Reinke glänzend parierte (35.), und einem Schuss von Salou aus kurzer Distanz, der knapp am Bremer Tor vorbeitrudelte (36.), besaßen die Außenseiter Chancen zum Ausgleich.

Allerdings hatte die Abwehr der Alemannen stets Schwierigkeiten mit Bremens schnellen Stürmern und musste allzu oft gegen die weit clevereren Erstligisten Lehrgeld zahlen, so dass der Pausenstand auch in der Höhe verdient war.

Im zweiten Durchgang zeigte Aachen, warum es in 1860 München, FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach schon drei Bundesligisten ausschalten konnte. Trotz des Rückstand rannte Bergers Team mutig gegen das Bremer Tor an und kam verdient zum Anschlusstor. Mit einer Freistoß hatte Ivica Grlic den Treffer durch Blank vorbereitet. Gegen den wuchtigen Kopfball aus sechs Metern war Reinke machtlos.

Bremen vermochte es danach nicht, den Aachener Ansturm abzuwenden. Salou, der stets für Unruhe sorgte, brachte Reinke mit einem Kopfball in Bedrängnis. Doch im Nachfassen konnte Bremens Schlussmann den Ausgleich gerade noch verhindern (63.). Erst nach der Roten Karte für George Stanley Mbwanda, nach einem bösen Foul an Borowski (75.) konnte der deutsche Meister, für den Klasnic (79.) eine riesen Chance zur Vorentscheidung vergab, das Geschehen etwas beruhigen. Nach Borowskis zweitem Treffer hätte der Sieg allerdings noch höher ausfallen müssen. In der Schlusssekunde sorgte dagegen auf Aachener Seite der Niederländer Meijer noch für etwas Ergebniskosmetik.

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