Rote Laterne für Deutschland
Erholung im Service-Bereich beschleunigt

Die Erholung des Dienstleistungssektors in der Euro-Zone hat sich im April einer Umfrage zufolge etwas beschleunigt. Allerdings verlangsamte sich der Geschäftszuwachs im deutschen Servicebereich, der damit die Rote Laterne unter den Umfrageländern übernahm.

rtr LONDON. Der für Reuters ermittelte Service-Index für die Euro-Zone stieg mit saisonbereinigt 53,3 Punkten im April auf den höchsten Stand seit März 2001, wie das Forschungsinstitut NTC am Montag in London mitteilte. Im Vormonat hatte der Index mit 53,1 Zählern erstmals seit einem Jahr wieder ein Wachstum im Dienstleistungssektor signalisiert. Für Deutschland sank der Index-Wert im April auf 52,0 von 52,3 Punkten im März. Analysten hatten für die Euro-Zone einen stärkeren Anstieg des Indexwerts auf 53,7 Punkte und für Deutschland ein Plus auf 52,9 Zähler prognostiziert. Werte über 50 Zähler signalisieren eine Zunahme der Geschäftstätigkeit, Werte darunter eine Abnahme.

Zur wachsenden Geschäftstätigkeit im Service-Sektor der Euro-Zone trugen den NTC-Angaben zufolge vor allem besser gefüllte Auftragsbücher der Unternehmen bei. Der entsprechende Teilindex für Neuaufträge stieg auf 53,7 (Vormonat 52,8) Punkte. In Deutschland erreichte der Teilindex mit 52,4 Zählern sogar den höchsten Stand seit September 2000. "Diejenigen Firmen, deren Neugeschäft zunahm, führten dies auf eine Besserung der Wirtschaftslage und auf Erfolge bei der Gewinnung von Neukunden zurück", teilte NTC mit. Während die Kosten für die Dienstleister in der Euro-Zone etwas langsamer stiegen, verteuerten sich die Dienstleistungen in der Euro-Zone stärker als im Vormonat. Der Teilindex für die Kosten der Dienstleistungsbranche sank den Angaben zufolge auf 58,9 (59,2) Zähler, während der Teilindex für die Verkaufspreise den vierten Monat in Folge auf 53,3 (52,8) Punkte zulegte.

Angesichts der verbesserten Auftragslage stellten die Dienstleister in der Euro-Zone im April erneut zusätzliches Personal ein. Der Beschäftigungsindex ging jedoch auf 51,1 (51,3) Punkte zurück. Grund dafür sei vor allem die schwache Beschäftigungslage in Deutschland gewesen, teilte NTC mit. Deutsche Dienstleister meldeten sogar einen Rückgang der Beschäftigtenzahl, der Teilindex fiel mit 49,1 (50,2) Zählern wieder auf das Niveau von Januar. "Diejenigen Befragten, die im April Stellen abbauten, hielten angesichts der weiterhin unsicheren Konjunktursituation erneute Kostensenkungen und Produktivitätserhöhungen für notwendig", teilte NTC mit.

Die Unternehmen der Dienstleistungsbranche blicken weiter sehr zuversichtlich in die Zukunft. Zwar sank den Angaben zufolge der entsprechende Teilindex für die Euro-Zone auf 69,6 Punkte vom 19-Monats-Hoch von 72,0 Punkten im März, lag damit jedoch weiter deutlich über dem Umfrage-Tief von vergangenem Oktober. In Deutschland blieb der Index unverändert bei 65,3 Punkten. "Die Zuversicht war hoch, da etliche Firmen angesichts der anhaltenden Konjunkturverbesserung mit einer Geschäftszunahme rechnen", teilte NTC mit.

Der Reuters-Composite-Index, der die Umfragen unter Einkaufsmanagern in der Industrie und des Dienstleistungssektors zusammenfasst, stieg NTC zufolge im April auf 53,2 (52,7) Zähler. Für den Reuters-Service-Index befragt NTC monatlich mehr als 2000 Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und Spanien. Diese fünf Länder decken rund 83 Prozent der Wirtschaftsleistung des privaten Dienstleistungssektors in der Euro-Zone ab.

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