Rote Zahlen durch Investitionsausgaben
November AG mit höherem Verlust im Halbjahr

Das Biotech-Unternehmen November AG will die Entwicklung marktreifer Produkte vorantreiben und damit vielleicht schon früher als geplant die Gewinnschwelle erreichen.

Reuters ERLANGEN. November liege mit einzelnen Projekten deutlich vor dem Zeitplan, sagte Finanzvorstand Dirk Honold am Dienstagabend im Gespräch mit Journalisten. "Wir werden den Break Even spätestens wie geplant 2004, eher aber früher erreichen", sagte er. Im ersten Halbjahr 2001 sei der Verlust nach Steuern wegen höherer Forschungsausgaben auf 5,49 (Vorjahr: 3,86) Mill. DM gestiegen. Der Umsatz verdreifachte sich dank der Ende 2000 erworbenen Peqlab Biotechnologie GmbH auf 3,86 (1,24) Mill. DM.

Am Neuen Markt fielen die Aktien in einem allgemein schwächeren Umfeld um 1,38 % auf 5,70 ?. Zum Jahreshoch im Januar hatte der Anteilsschein noch 31,48 ? gekostet.

Große Hoffnung auf die Kooperation mit Siemens gesetzt

Die Entwicklung des Verlustes verdeutliche die Anstrengungen von November, Produkte und Technologien schnellstmöglich zur Marktreife zu führen, erläuterte Vorstandschef Wolf Bertling. So seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im ersten Halbjahr planmäßig auf 4,8 (2,5) Mill. DM gestiegen. Mit dem Ausbau bestehender Kooperationen wie mit Siemens und mit neuen Partnerschaften wolle die auf die molekulare Therapie und Diagnose spezialisierte November AG die Entwicklungszeiten für Produkte verkürzen. Die liquiden Mittel lagen Ende Juni den Angaben zufolge bei 54,8 (Ende 2000: 68,6) Mill. DM. Für das Gesamtjahr geht November weiter von einem Umsatz von rund 8 Mill. DM aus.

Große Hoffnungen setzt das Erlanger Unternehmen in die Kooperation mit der Siemens AG bei der Entwicklung einer fälschungssicheren Kennzeichnung auf Basis der menschlichen Erbsubstanz DNA. Jegliche Art von Waren oder auch Geldscheine könnten mit der so genannten Barcode-DNA markiert werden, die dann auch mit Lesegeräten, die der Partner Siemens entwickelt, entziffert werden könnten, erläuterte Bertling. Erste Prototypen würden im Herbst auf zwei Fachmessen vorgestellt, ab 2002 sollen die Produkte auf den Markt kommen. "Das ist deutlich früher, als wir das bisher geplant hatten", sagte Finanzchef Honold. November werde mit der Technologie im nächsten Jahr schon Umsätze im Millionen-Euro-Bereich erzielen. Experten schätzten das langfristige Marktpotenzial für Biotech-Etiketten auf weltweit mehr als 1 Mrd. DM.

Vorerst keine weiteren Anteils-Käufe geplant

Weiteres Wachstumspotenzial sieht November in der molekularen Diagnostik, deren weltweites Marktvolumen derzeit bei mehr als 2 Mrd. DM liege. Hier arbeite das Unternehmen zusammen mit dem Siemensbereich Medizintechnik an einer vollautomatischen Analyse von Krankheitserregern und Genen, die leicht von Ärzten oder sogar Patienten selber vorgenommen werden könnten. Die Entwicklung von marktreifen Produkten werde sicher noch zwei bis drei Jahre dauern, sagte Honold. November könne durch Lizenzierung der Technologie aber schon früher Umsätze generieren.

Die Ende 2000 mehrheitlich übernommene Peqlab Biotechnologie GmbH wachse schneller als erwartet, sagte Bertling. November werde jedoch die Option auf den Kauf der restlichen Anteile an Peqlab in absehbarer Zeit nicht ausüben. Für die ACGZ Progenomics, an der November Anfang August einen Anteil von knapp 25 % gegen eigene Aktien erworben hatte, besitzt November ebenfalls eine Option, den Anteil auf 50,2 % auszuweiten.

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