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Rote Zahlen zum Jahresende

Die US-Aktien haben am letzten Handelstag des von Händlern als ziemlich trostlos und schwierig beschriebenen Börsenjahres schwach geschlossen.

rtr NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor in einem als lustlos bezeichneten Handel rund 1,14 % im Minus auf 10 021,64 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index gab rund 1,84 % auf 1950,66 Zähler nach. Der breite Standard & Poor's 500 (S&P 500) fiel 1,30 % auf 1333,18 Punkte. Aktien des Biotech-Unternehmens Imclone gaben deutlich nach, während Papiere von Global Crossing und America West Airlines kräftig zulegten.

Die Geld-Profis nutzten die letzte Gelegenheit, um ihre Portfolios umzuschichten oder steuerbedingt zu verkaufen, bevor sie die Bücher für dieses Jahr schlossen. "Es sind persönliche Tragödien für so viele Leute an der Wall Street, so dass jedermann froh ist, dieses Jahr hinter sich zu lassen", sagte Präsident Rick Meckler von LibertyView. "Das verbunden mit den schwachen Märkten, und ich glaube nicht, dass es viele Portfolio-Manager gibt, die 2001 vermissen werden." Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, der durch seine Führungsrolle nach den Anschlägen am 11. September enorme Popularität errang, war eingeladen, die Jahresschlussglocke der New York Stock Exchange zu läuten.

Zwei Stunden vor Handelsende versammelten sich die Börsianer auf dem Parkett und sangen "God bless America". Der Handel am Montag beendete das Jahr 2001 für den breiten Markt mit der schlechtesten Kursentwicklung seit 1974. Der S&P 500 verlor in 2001 rund 13 %.

Im Jahr 1974 fiel der S&P 500 etwa 30 %. Der Dow Jones gab 2001 gut sieben Prozent ab, der Nasdaq sogar rund 21 %. Damit verloren die Aktienkurse bereits das zweite Jahr in Folge. Die letzten solche Folge war in den Jahren 1973 und 1974 zu verzeichnen. Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung im kommenden Jahr zogen die Aktienmärkte aber nach den Drei-Jahres-Tiefs im September bereits wieder kräftig nach oben. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September legte der S&P 500 wieder mehr als 20 % zu. "Es ist offensichtlich, dass die Kurssteigerungen seit September für einen fundamentalen Optimismus sprechen, aber die Leute dürften froh sein, dass das Jahr vorbei ist", sagte Volkswirt Milton Ezrati von Lord Abbett & Co. "Es war ein schwieriges Jahr."

Verlierer war am Montag mit einem Minus von rund 16 % auf 46,46 Dollar die Imclone-Aktie. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, es werde den Start des Darmkrebs-Medikaments Erbitux mindestens bis ins dritte Quartal 2002 verschieben. Ursache seien Nachfragen der US-Behörden zu klinischen Daten zu dem Medikament. Die Titel des Erbitux-Co-Vermarkters Bristol-Myers Squibb gaben 0,80 % auf 51,00 Dollar nach.

Oracle-Aktien gaben 1,78 % auf 13,81 Dollar ab, nachdem das Unternehmen am Freitag den Abbau von 400 bis 800 Stellen angekündigt hatte. Global-Crossing-Papiere schlossen 37,7 % fester bei 0,84 Dollar.

Der Kursanstieg ist Börsianern zufolge von Spekulationen getrieben, der Hongkonger Milliardär Li Ka Shing wolle mehr als eine Milliarde Dollar in den Anbieter von Datenleitungen investieren. Außerdem habe Global eine Vereinbarung mit Gläubigern getroffen, die das Unternehmen bis 13. Februar 2002 von der Haftung aus möglicherweise verletzten Kreditbedingungen freistellt. Dies geschehe im Rahmen der Verhandlung mit möglichen Investoren, hieß es vom Unternehmen.

Auch Aktien der Fluglinie America West Airlines stiegen fast 42 % auf 3,50 Dollar, nachdem die Fluglinie als erste Gesellschaft eine Kreditgarantie der US-Regierung erhalten hatte. Die US-Regierung hatte in der Folge der Anschläge vom 11. September ein Rettungspaket über 15 Mrd. Dollar für die Luftverkehrsbranche aufgelegt. Nach dem Feiertag an Neujahr nehmen die US-Börsen am 2. Januar den Handel wieder auf.

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