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Roter Quartalsauftakt an der Wall Street

Die US-Börsen setzen zu Beginn des zweiten Quartals kein positives Signal: Die Wall Street gehen am Montagmorgen mit Verlusten in den Handel. Eine halbe Stunde nach Marktöffnung verliert der Dow Jones Index 120 Punkte, die Nasdaq rutscht um 25 Zähler ab.

Anleger und Analysten tun sich zum Quartalsbeginn schwer, eine Voraussage auf die nächsten drei Monate zu treffen. Die US-Konjunktur hat ein ausgesprochen gutes Quartal hinter sich, für die US-Börsen fiel die Bilanz gemischt aus: Während die Blue Chips mit einem Plus von 3,8 % respektabel abschlossen, verlor die Nasdaq 5,5 %.

Erste Konjunkturdaten fallen am Morgen positiv aus: Der Einkaufsmanagerindex für März notiert auf 55,6 Punkten und damit höher als erwartet. Bereits im Februar war der Index erstmals nach 18 Monaten über 50 Punkte gestiegen und signalisierte damit wieder Wachstum. Die Ausgaben im Baugewerbe stiegen im Februar um 1,1 Prozent, ebenfalls deutlich stärker als Analysten prognostiziert hatten.

Von einem Ausblick auf die Auto- und Truckverkäufe im März dürften am Mittag die Aktien der "Großen Drei" profitieren. Von General Motors, Ford und DaimlerChrysler serwarten Marktbeobachter optimistische Zahlen. Allerdings geben sich die Analysten von Prudential Securities für Ford zunächst pessimistisch. Sie kürzen Gewinnerwartungen und Kursziel und setzen die Aktie auf "Verkaufen". Vor allem die Modellen "Expedition" und "Navigator" dürften aufgrund höherer Kosten und flacher Verkaufserlöse mit schrumpfenden Margen die Ergebnisse des zweitgrößten US-Autoherstellers belasten,. Außerdem, so die Analysten, drohen weitere Marktanteilsverluste. Ford verliert 4,8 %.

Mit Wal-Mart findet sich auch der größte US-Einzelhändler auf der Verliererseite. Die UBS Warburg stuft die Aktie ab, was man mit der zuletzt starken Performance der Aktie begründet. In den sechs Monaten seit September 2001 hat die Aktie von Wal-Mart 31 %, der marktbreit gefasste S&P 500 Index nur 14 % zugelegt. Wal-Mart könne man immer noch "kaufen", sagen die Experten, allerdings nicht mehr "aggressiv". Das Papier verliert 3 %.

Nach einer Abstufung durch Merrill Lynch verliert am Montagmorgen Toys?R?Us fast 4 %. Dabei schlagen die Experten in die gleiche Kerbe wie die UBS Warburg. Sobald sich die Konjunktur spürbar und nachvollziehbar erhole, dürften Anleger ihr Geld aus den defensiven Sektoren und dem Einzelhandel ziehen, und in Industrie- und Techwerte investieren. Aktien des Spielzeug-Riesen dürften darunter leiden, Merrill Lynch bewertet sie nur noch mit "Neutral".

Einigen Tech-Werten geht es am Morgen bereits besser - vor allem den Unternehmen der Netzwerk-Branche. Die Analysten der Bank of America werten den Sektor auf und attestieren vor allem dem Branchenriesen Cisco , aber auch den Konkurrenten Ciena, Juniper, Tellabs und ONI Systems Potential. Ciena legt im frühen Handel 6 % zu, Juniper verbessert sich um 3 %.

Eine positive Statistik der Semiconductor Industry Association stützt hingegen den Chipsektor nicht. Rückblickend für Februar meldet das Brancheninstitut, dass die hohe Nachfrage nach Handys, DVD-Playern und Digital-Kamera den Umsatz gepusht und für das beste Ergebnis gegenüber dem Vorjahr seit April 2001 gesorgt habe. Die Analysten von Robertson Stephens sehen einen deutlichen Rückgang in den Lagerbeständen. Die Chip-Industrie habe einen deutlichen Schritt gemacht und das Wachstum der Unternehmen nähere sich nun dem Nachfragewachstum an. Chip-Aktien stehen im Branchenmittel dennoch mit 1,2 % im Minus.

Weitere optimistische Kommentare kommen am Morgen von Morgan Stanley, und diese dürften sich im Internet-Sektor niederschlagen: Die Analysten sehen für die Aktie von Yahoo weiteres Potential. Sie gehen davon aus, dass sich das prognostizierte Umsatzwachstum stärker als bisher erwartet auf Gewinne und Cash Flow auswirken werde. Yahoo verliert dennoch 0,5 %.



ANMERKUNG: In den USA werden die Uhren erst am kommenden Wochenende auf Sommerzeit umgestellt. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und New York beträgt daher 7 Stunden, entsprechend ändern sich die Handelszeiten an New York Stock Exchange und Nasdaq.

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