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Roundup 2: Agfa verkauft Fotosparte für 175,5 Mill. €

Der Bildtechnikspezialist Agfa verkauft seine traditionsreiche Fotosparte. Das Arbeitsgebiet Consumer Imaging mit den Bereichen Film, Fotopapiere und Laborgeräte werde an das bisherige Management und Finanzinvestoren verkauft, teilte Agfa-Gevaert am Donnerstag im belgischen Mortsel mit. Der Kaufpreis betrage 175,5 Mill. €. Die Börse reagierte positiv auf die Verkaufsnachricht, obwohl das Unternehmen zugleich schwache Halbjahreszahlen vorlegte.

dpa-afx MORTSEL. Der Bildtechnikspezialist Agfa verkauft seine traditionsreiche Fotosparte. Das Arbeitsgebiet Consumer Imaging mit den Bereichen Film, Fotopapiere und Laborgeräte werde an das bisherige Management und Finanzinvestoren verkauft, teilte Agfa-Gevaert am Donnerstag im belgischen Mortsel mit. Der Kaufpreis betrage 175,5 Mill. ?. Die Börse reagierte positiv auf die Verkaufsnachricht, obwohl das Unternehmen zugleich schwache Halbjahreszahlen vorlegte.

Die neuen Eigentümer übernehmen den Angaben zufolge weltweit knapp 2 900 Mitarbeiter. Die Mehrzahl der betroffenen Mitarbeiter ist in Deutschland tätig. Die Transaktion soll zum 1. November 2004 abgeschlossen werden. Agfa werde einen Lizenzvertrag abschließen, der den Investoren erlaube, die Marke Agfa für Filmprodukte für einen unbegrenzten Zeitraum zu nutzen. Der Konzern konzentriere sich auf die Sparten grafische Systeme für die Druckindustrie und Medizintechnik, auf denen sich eine rasche Umstellung auf die Digitaltechnik vollziehe.

In den vergangenen Jahren war bereits mehrfach der Verkauf des Fotogeschäfts im Gespräch. Der Agfa-Gevaert-Konzern konzentriere sich auf die Sparten grafische Systeme für die Druckindustrie und Medizintechnik, auf denen sich eine rasche Umstellung auf die Digitaltechnik vollziehe, hieß es.

Börse Honoriert Verkauf

Die Aktie der Agfa Group NV-Gevaert legte am Donnerstag in Brüssel bis 14.40 Uhr um 13,32 % auf 21,70 ? zu. Der Bel20 Index stieg unterdessen um 0,29 % auf 2 484,37 Punkte. Analysten lobten den Verkauf. "Der Verkauf der Fotosparte räumt einen wichtigen Unsicherheitsfaktor aus, was die künftige Geschäftsentwicklung angeht", sagte ein Experte. Die Halbjahreszahlen hätten dagegen am unteren Ende der Erwartungen gelegen.

Schwache Halbjahreszahlen

Im ersten Halbjahr 2004 sank der Umsatz von Agfa-Gevaert um 11,8 % auf 1,87 Mrd. ?. Der Bruttogewinn reduzierte sich nach Angaben des Unternehmens vor allem wegen höherer Rohstoffpreise, Währungsschwankungen und fallender Preise von 912 auf 782 Mill. ?. Das operative Ergebnis fiel von 189 auf minus 320 Mill. ?.

Agfa hatte den Verkauf von Consumer Imaging bereits per Ende Juni vollständig verbucht. Der Nettoverlust lag so bei 235 Mill. ? nach einem Gewinn von 99 Mill. ? im Vorjahr. Ohne die Effekte auf Grund der Veräußerung wäre ein Gewinn von 56 Mill. ? erreicht worden.

Trotz der schlechteren Halbjahreszahlen weise der Trend aber wieder nach oben, teilte Agfa weiter mit. Im zweiten Quartal sei der Umsatz nach drei schwachen Jahren in Folge in allen Unternehmensbereichen wieder gewachsen.

Traditionsmarke Agfa

Die jetzt verkaufte, mehr als 100 Jahre alte Fotosparte ist der Ursprung von Agfa. Der Fotopionier Agfa brachte 1936 nach eigenen Angaben den ersten modernen Farbfilm auf den Markt. Agfa gehört zu den bekanntesten Marken in Deutschland. Bereits seit 1897 ist Agfa ein eingetragenes Warenzeichen. Es steht als Kurzbezeichnung für "Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikationen". Das erste Agfa-Fotoprodukt war 1889 ein Entwickler. Im Jahr 1964 schloss sich die deutsche Agfa mit der belgischen Gevaert Photo-Producten zur Agfa-Gevaert-Gruppe zusammen.

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