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Roundup 2: Aktionäre könnten Kapitalerhöhung von Karstadt-Quelle kippen

Mehrere Karstadt-Quelle-Aktionäre könnten die überlebenswichtige Kapitalerhöhung des Konzerns über 500 Mill. Euro kippen.

dpa-afx DÜSSELDORF. Mehrere Karstadt-Quelle-Aktionäre könnten die überlebenswichtige Kapitalerhöhung des Konzerns über 500 Mill. Euro kippen. Die Geschäftsführerin des Würzburger Vereins zur Förderung der Aktionärsdemokratie, Katharina Steeg, drohte am Montag dem Management mit einer Anfechtungsklage gegen die außerordentliche Hauptversammlung und die geplante Kapitalerhöhung. Sie kritisiert, es gebe mit den Banken geheime Nebenabsprachen über die Ausgabe neuer Aktien, die der Vorstand den Aktionären vorenthalte.

Ziehen Steeg und etwa fünf weitere Anteilseigner bis Freitag ihre Widersprüche nicht zurück, könne die Kapitalerhöhung scheitern und der Kredit der Banken über 1,75 Mrd. Euro platzen, sagte Karstadt-Quelle-Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff. "Dann könnte das Unternehmen in die Insolvenz geraten." Er belehrte die Aktionärin, bei einem Scheitern des Kredits könne Karstadt-Quelle Schadenersatz von ihr verlangen. Die Geschäftsführerin einer Würzburger Aktionärsvereinigung schloss eine Rücknahme des Widerspruchs jedoch kategorisch aus.

Banken Beunruhigt

Die 16 Gläubigerbanken wollen bei Aufrechterhaltung der Widersprüche die 500-Millionen-Euro-Transaktion platzen lassen. Dann würden die Institute ein erhebliches Risiko sehen, "anfechtungsinfizierte Aktien" zu platzieren, sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe. Damit die Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr stattfinden könne, müsse der Verkaufsprospekt bis Ende November von der Börse gebilligt werden. "Die Banken werden mit der Platzierung der Aktien nicht beginnen, wenn es die Möglichkeit von Anfechtungsklagen gibt", sagte Howe.

Insgesamt sollen rund 93,041 Mill. neue Aktien ausgegeben werden, um 500 Mill. Euro für die Sanierung des Unternehmens zu erlösen. Damit wird das Grundkapital fast verdoppelt. Die Hauptaktionärin Madeleine Schickedanz (Pool/41,55 Prozent) und die Allianz/Dresdner Bank hätten zugesagt, sich mit insgesamt rund 280 Mill. Euro an der Kapitalerhöhung zu beteiligen, sagte Konzernchef Christoph Achenbach auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Davon entfielen 224 Mill. Euro auf Schickedanz und 58 Mill. auf Dresdner/Allianz.

Erwarteter Preis JE Aktie BEI 5,38 Euro

Mit dem Bankenkonsortium sei vereinbart worden, die neuen Aktien im Verhältnis acht zu sieben anzubieten. Für acht alte Karstadt-Quelle-Aktien können also sieben neue Aktien bezogen werden. Die Höhe des Bezugspreises hänge vom Marktumfeld ab, sagte Achenbach. Er erwarte einen Preis von mindestens 5,38 Euro. "Sollte der Bezugspreis unter 5,38 Euro liegen, wäre mit der heute zu beschließenden Kapitalerhöhung der geplante Emmissionserlös von mindestens 500 Mill. Euro nicht auf direktem Weg zu erzielen." In diesem Fall werde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats weitere knapp 32 Mill. Aktien platzieren.

Zur Preisspanne der neuen Aktien machte der Konzern keine Angaben. Dies solle am Donnerstag mitgeteilt werden. Die Banken ABN Amro, WestLB und Societe Generale seien mit der Platzierung der neuen Aktien beauftragt, sagte Finanzvorstand Harald Pinger am Montag in Düsseldorf./tb

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