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Roundup 2: Alitalia will 5000 Stellen streichen - Gewerkschaften machen mobil

Das Ringen um die Rettung der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia geht in die entscheidende Runde: Nachdem die Konzernführung am Montagabend ihren Sanierungsplan präsentiert hatte, der den Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen vorsieht, machen jetzt die Gewerkschaften mobil. Am Dienstag erklärten Arbeitnehmervertreter, sie wollten den Plan in dieser Form nicht akzeptieren. "Wir wollen mehr Sicherheiten über die Zukunft und die Sanierung des Unternehmens und werden den Schwerpunkt vor allem auf die Zahl der Stellenkürzungen legen, die es unserer Auffassung nach nicht erlaubt, die Aktivitäten der Gesellschaft fortzusetzen", sagte Gewerkschaftsführer Roberto Scotti.

dpa-afx ROM. Das Ringen um die Rettung der angeschlagenen italienischen Fluglinie Alitalia geht in die entscheidende Runde: Nachdem die Konzernführung am Montagabend ihren Sanierungsplan präsentiert hatte, der den Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen vorsieht, machen jetzt die Gewerkschaften mobil. Am Dienstag erklärten Arbeitnehmervertreter, sie wollten den Plan in dieser Form nicht akzeptieren. "Wir wollen mehr Sicherheiten über die Zukunft und die Sanierung des Unternehmens und werden den Schwerpunkt vor allem auf die Zahl der Stellenkürzungen legen, die es unserer Auffassung nach nicht erlaubt, die Aktivitäten der Gesellschaft fortzusetzen", sagte Gewerkschaftsführer Roberto Scotti.

Die Unternehmensführung will fast ein Viertel der insgesamt 22 000 Arbeitsplätze streichen, um aus den roten Zahlen zu kommen. Wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte, sind von den Stellenkürzungen unter anderem 450 Piloten, 1050 Flugbegleiter, 1440 Wartungs-Mitarbeiter und fast 1000 Beschäftigte des Bodenpersonals betroffen. Mit diesem Schritt sollen in den kommenden zwei Jahren rund 315 Mill. ? eingespart werden. "Die Personaleinsparungen sind der einzige Weg für Alitalia, um zu überleben", betonte EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio.

Aufteilung IN Zwei Teile Geplant

Der Sanierungsplan sieht auch die Aufteilung der Airline in zwei Teile vor. Durch die Aufspaltung in AZ-Fly und AZ-Service will das Unternehmen sein Kerngeschäft künftig von den übrigen Unternehmensbereichen trennen. Zudem soll die Flotte bis 2008 um sieben Langstrecken-Flugzeuge auf insgesamt 34 und um zwölf Mittelstrecken-Flugzeuge auf insgesamt 162 erweitert werden. Bis zum Jahr 2006 will die Alitalia wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen, bis 2008 soll die Gesellschaft wieder deutlich in der Gewinnzone fliegen.

Mehrere Arbeitnehmervertretungen kündigten am Dienstag an, den Flugverkehr blockieren zu wollen, falls die Konzernspitze nicht einlenkt. Die Gewerkschaft Cub sprach von einem "Stellen-Massaker". Ein Arbeitnehmer-Vertreter sagte: "Unter den Mitarbeitern herrscht eine furchtbare Stimmung. Sie sind verwirrt und mittlerweile bereit, extreme Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa das Besetzen der Start- und Landepisten."

Übergangskredit Soll Genehmigt Werden

Die italienische Regierung hatte zuletzt angekündigt, einen staatlich garantierten und kürzlich von Brüssel genehmigten Übergangskredit von 400 Mill. ? für das Unternehmen nur genehmigen zu wollen, falls bald eine Einigung erzielt wird. Ohne dieses Geld wird Alitalia nach eigenen Angaben innerhalb eines Monats zahlungsunfähig sein. Zudem heißt es in Experten-Kreisen, Alitalia werde schon in den nächsten Wochen eine Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu zwei Mrd. ? vorschlagen. Damit sei unter anderem die Tilgung des Kredits gesichert, der laut Abmachung innerhalb von zwölf Monaten zurückgezahlt werden muss.

Die italienische Regierung hält derzeit noch 62 % an der Airline, will diesen Anteil jedoch demnächst auf unter 50 % senken. 2003 hatte die Gesellschaft einen Fehlbetrag von 519,7 Mill. ? verbucht. Allein im ersten Halbjahr 2004 häufte Alitalia einen Verlust von 330 Mill. ? an. Im Juli und August war der heimatliche Marktanteil der Gesellschaft auf 45 % gesunken, gegenüber 66 % im Jahr 2002. Die Zahl der Passagiere ging im gleichen Zeitraum um elf Prozent zurück.

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