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Roundup 2: Allianz liegt operativ im Plan - Fortschritte bei der Dresdner Bank

Der Versicherungskonzern Allianz hat nach einem von Analysten erwarteten Gewinnanstieg im ersten Halbjahr die operativen Ziele für die einzelnen Sparten bestätigt. Die Dresdner Bank lieferte zwischen April und Juni das beste Ergebnis seit ihrer Übernahme durch die Münchener im Sommer 2001 ab. Größter Ertragsbringer im Konzern war die Schadenssparte. Im Lebensbereich hatte die Allianz dagegen Wachstums- und Ertragsprobleme. Den möglichen Schaden durch den Hurrikan "Charley" in Florida bezifferte Controlling-Chef Helmut Perlet auf maximal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Händler und Analysten lobten in ersten Stellungnahmen die Qualität des Allianz-Ergebnisses.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Versicherungskonzern Allianz hat nach einem von Analysten erwarteten Gewinnanstieg im ersten Halbjahr die operativen Ziele für die einzelnen Sparten bestätigt. Die Dresdner Bank lieferte zwischen April und Juni das beste Ergebnis seit ihrer Übernahme durch die Münchener im Sommer 2001 ab. Größter Ertragsbringer im Konzern war die Schadenssparte. Im Lebensbereich hatte die Allianz dagegen Wachstums- und Ertragsprobleme. Den möglichen Schaden durch den Hurrikan "Charley" in Florida bezifferte Controlling-Chef Helmut Perlet auf maximal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Händler und Analysten lobten in ersten Stellungnahmen die Qualität des Allianz-Ergebnisses.

Eine konkrete Gewinnprognose wollte Allianz-Chef Michael Diekmann wegen der Unabwägbarkeiten durch Naturkatastrophen sowie den Finanzmärkten nicht geben. Für die einzelnen Segmente bestätigte er allerdings die operativen Ziele. Der Unternehmenslenker sieht zudem keinen Bedarf an einer höheren nachträglichen Risikovorsorge für das US-Schadensgeschäft. Der Schweizer Rückversicherer Converium hatte Mitte Juli mit Nachreservierungen in Millionenhöhe die Finanzmärkte schockiert und damit die Aktien von vielen Versicherern auf Talfahrt geschickt.

Aktie Entfernt Sich VON 14-Monatstief

Das Papier der Allianz legte am Montag nach den Quartalszahlen bis zum Nachmittag um 2,55 % auf 76,35 ? zu. Der Aktienkurs entfernte sich damit von seinem tiefsten Stand seit Mitte 2003, den er vergangene Woche markiert hatte. Er liegt aber weiter knapp 15 % unter dem Stand von Ende Juni. Die meisten Analysten bestätigten nach den im Rahmen der Erwartung ausgefallenen Quartalszahlen ihre Einstufungen für die Aktie. Die großen US-Investmentbanken und Institute, die zuletzt der Allianz eher skeptisch gegenüber standen, äußerten sich vor der Analystenkonferenz noch nicht zu den Zahlen.

HVB-Experte Lucio Di Geronmio rechnet aber damit, dass die US-Experten nach den Halbjahreszahlen ihre Gewinnschätzungen für das laufende Jahr langsam nach oben anpassen. Di Geronmio stuft das Papier wegen der fundamentalen Unterbewertung weiter mit "Buy" ein und sieht den fairen Wert der Aktie bei 118 ?. "Die Zahlen waren allerdings nicht so spektakulär, dass ich mit einer sofortigen Trendwende bei der Aktie rechne", sagte er. Positiv überrascht hätten ihn vor allem das Sachversicherungssegment sowie die Dresdner Bank. Enttäuschend sei das Lebensversicherungssegment verlaufen. Im Rahmen der Erwartungen habe sich das Geschäft im Asset Management gezeigt.

Sachsparte Grösster Ertragsbringer

Im ersten Halbjahr hatte die Allianz vor Steuern und Anteilen Dritter einen Gewinn 2,688 Mrd. ? erzielt nach einem Vorjahresverlust von 122 Mill. ?. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,289 Mrd. ? nach 146 Mill. ? im Vorjahr stehen. Die von dpa-AFX befragten Experten hatten mit einem Gewinn in dieser Größenordnung gerechnet. Die Summe der Erträge fiel um 4,3 % von knapp 50 auf 47,8 Mrd. ?. Der operative Gewinn kletterte um 43,9 % auf 3,14 Mrd. ?.

Größter Ertragsbringer war das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, wo vor allem die auf 94,3 (Vorjahr 97,1) Prozent gesunkene Schadenkosten-Quote ("Combined Ratio") überzeugte. Die Allianz geht hier im Gesamtjahr von einem Wert unter 97 % aus. Der operative Gewinn stieg im Sachsegment um fast ein Drittel auf 1,74 Mrd. ?. Im Leben- und Krankensegment legte der operative Gewinn um 6,3 % auf 601 Mill. ? zu. Das Asset Management steuerte 361 Mill. ? (plus 12,8 %) zum operativen Gewinn bei.

"Für das Asset Management ist geplant, die verwalteten Drittgelder im Jahresvergleich zu steigern und das operative Ergebnis weiter zu verbessern." Im Lebensversicherungssegment wolle die Allianz am Wachstum einzelner Märkte teilnehmen und zusätzliches Ertragspotenzial über Produktentwicklung und Tarif-Anpassungen erschließen. "In Deutschland rechnet Allianz Leben in der zweiten Jahreshälfte mit einer deutlichen Belebung des Neugeschäfts aufgrund des im Juni beschlossenen Alterseinkünftegesetzes."

Allianz Erwägt Offenlegung DER Vorstandsbezüge

In der maßgeblich von der Dresdner Bank bestimmten Banksparte betrug der operative Gewinn 431 Mill. ? nach einem Verlust von 23 Mill. ? in den ersten sechs Monaten 2003. Mit der Entwicklung der Dresdner Bank, die den Abbau von nochmals 4 700 Stellen inzwischen zu etwa 70 % umgesetzt oder vertraglich vereinbart hat, zeigte sich Allianz-Chef Diekmann zufrieden. Für 2004 ist weiter ein ausgeglichenes Ergebnis vor Restrukturierungskosten geplant. 2005 soll die Dresdner dann ihre Kapitalkosten verdienen.

In der Diskussion um eine Offenlegung der Vorstandsbezüge erwägt der größte Versicherer Deutschlands einen Einzelausweis der Vorstandsgehälter. Diekmann sagte: "Ich werde dieses Thema bei der nächsten Vorstandssitzung und beim Aufsichtsrat einbringen." Er selbst bezifferte sein Fixgehalt auf 900 000 ? pro Jahr. Die Höhe seines variablen Gehalts hänge von der Gewinnentwicklung im laufenden Jahr ab.

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