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Roundup 2: Allianz überzeugt Analysten mit Gewinnanstieg und erhöht Prognosen

Die Allianz hat nach einem über den Erwartungen liegenden Neunmonats-Ergebnis die Prognosen für die wichtigsten Sparten angehoben und sieht sich auf gutem Weg zu einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Allianz hat nach einem über den Erwartungen liegenden Neunmonats-Ergebnis die Prognosen für die wichtigsten Sparten angehoben und sieht sich auf gutem Weg zu einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung. In den neun Monaten bis Ende September sei der Gewinn um knapp 150 Prozent auf 1,828 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Finanzkonzern am Freitag in München mit.

Dabei erzielte die Allianz in allen vier Sparten operative Fortschritte. Viel besser als von Experten erwartet entwickelte sich das Geschäft im Schaden- und Unfallgeschäft sowie bei der Dresdner Bank, deren Umbau nach Einschätzung von Analysten bald abgeschlossen ist. Die Allianz-Aktie setzte am Freitag ihren seit Mitte Oktober eingeschlagenen Höhenflug fort und kostete so viel wie seit Ende April nicht mehr.

Das Ergebnis in den ersten neun Monaten lag nach übereinstimmender Analystenschätzung deutlich über den Erwartungen. Zudem habe die Allianz wegen der erneut sehr niedrigen realisierten Gewinne aus Kapitalanlagen sowie einer relativ hohen Steuerquote mit "einer guten Ergebnisqualität" überzeugt. HVB-Experte Lucio Di Geronimo rechnet damit, dass viele Analysten nach dem "extrem starken Quartal" ihre Prognosen anheben und bestätigte seine Kaufempfehlung. Nach Einschätzung der LRP, die das Papier weiter mit "Outperform" einstuft, dürfte das Zahlenwerk die Stimmung gegenüber der Aktie weiter verbessern. Die Banken LBBW, Helabatrust und Merck Finck & Co. bestätigten nach den Zahlen ebenfalls ihre Kaufempfehlungen für die Allianz-Aktie.

Merrill Lynch Bleibt Skeptisch IN Bezug AUF Allianz-Aktie

In den vergangenen Monaten waren vor allem die großen US-Banken skeptisch im Bezug auf die Ertragsstärke des größten deutschen Versicherers. Im Sommer stürzte die Aktie wegen negativer Kommentare seitens der US-Experten bis auf rund 73 Euro - dem tiefsten Stand seit Juli 2003. Am Freitag verteuerte sich die Aktie bis zu 3,48 Prozent auf 94,05 Prozent - dem höchsten Stand seit Ende April. Merrill Lynch-Analyst Brian Shea hält die Aktie trotz des "sehr guten dritten Quartals" nach wie vor nicht für zu niedrig bewertet und stuft das Papier weiter mit "Neutral" ein. Er zweifelt daran, dass Erhöhungen der Gewinnprognosen infolge des starken Quartals ausreichen, um die Bewertung der Allianz im Branchenvergleich billig erscheinen zu lassen.

Die Dresdner Bank, die in den ersten neun Monaten einen Gewinn von 360 (Vorjahresverlust: 411) Mill. Euro beisteuerte, soll jetzt nach Kosten für die Restrukturierung ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Zuvor hatte der Finanzkonzern das nur vor den Ausgaben für den Umbau der Bank erwartet. Im kommenden Jahr soll die im Sommer 2001 übernommene Dresdner Bank weiter ihre Kapitalkosten von 650 Mill. bis 700 Mill. Euro verdienen. Nach Einschätzung von Merck-Finck-Analyst Konrad Becker ist bei der Baustelle Dresdner Bank ein Ende absehbar. Allianz-Vorstand Helmut Perlet sagte, dass die Dresdner erst einige Etappen auf ihrem Weg hinter sich habe.

Hervorragendes Schaden- und Unfallgeschäft

Die operative Entwicklung im Schaden- und Unfallbereich, dem größten Gewinnbringer im Konzern, stuften Analysten als "herausragend" ein. Hier geht die Allianz im laufenden Jahr jetzt mit einer Schadenkosten-Quote (Combined Ratio) auf dem deutlich reduzierten Niveau nach neun Monaten (93,2 Prozent) aus. Bislang hatte der Versicherer einen Wert unter 97 Prozent in Aussicht gestellt. Je weiter der Wert unter 100 Prozent liegt, desto profitabler ist das Schaden- und Unfallsegment einer Versicherung. Der Überschuss in dieser Sparte stieg in den ersten neun Monaten trotz der Kosten für die Hurrikan-Schäden von 1,47 Mrd. Euro auf 2,25 Mrd. Euro.

Im Leben- und Krankenversicherungssegment legte der Gewinn von 322 Mill. auf 508 Mill. Euro zu. Hier erwartet der Konzern nach einer Belebung im dritten Quartal in den letzten drei Monaten des Jahres wegen der hohen Nachfrage nach Vorsorgeprodukten in Deutschland infolge des auslaufenden Steuerprivilegs für Lebensversicherungen nochmals einen Schub. Im Gesamtjahr rechnet die Allianz in diesem Segment mit einem deutlich höheren Ergebnis als 2003. Die Sparte Asset Management (Vermögensverwaltung), die bis Ende September ihre Verluste um 35 Mill. auf 191 Mill. Euro reduzierte, soll im kommenden Jahr deutliche Beiträge zum Konzernüberschuss liefern.

Bisherige Prognose BEI Beitragseinnahmen Soll Übertroffen Werden

Der Gesamtumsatz legte in den ersten neun Monaten um 2,25 Prozent auf 72,6 Mrd. Euro zu, wobei die Erträge im Banksegment wegen der abgespaltenen Problemkredite der Dresdner Bank und einem niedrigeren Handelsergebnis zurückgingen. Im Versicherungsgeschäft stiegen die Prämieneinnahmen im Segment Leben/Kranken um bereinigte 8,1 Prozent. Im Schaden- und Unfallgeschäft legten die Einnahmen wegen der zurückhaltenden Zeichnungspolitik um bereinigte um 2,7 Prozent zu. Insgesamt rechnet die Allianz nach dem dritten Quartal damit, die bisherige Prognose eines bereinigten Einnahmenwachstums von vier Prozent im laufenden Jahr zu übertreffen.

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