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Roundup 2: Allianz will Preiskrieg in der Autoversicherung vermeiden

Die Allianz AG will eine Preisschlacht in der Autoversicherung nach eigenen Angaben vermeiden. Bei einem seit kurzem geltenden, neuen Preissystem gehe es nicht um einen Kampf um Marktanteile, sagte ein Allianz-Sprecher am Freitag in München. "Wir zetteln keinen Preiskrieg an." Es sollten künftig individuelle Faktoren bei Neuverträgen stärker berücksichtigt werden.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Allianz AG will eine Preisschlacht in der Autoversicherung nach eigenen Angaben vermeiden. Bei einem seit kurzem geltenden, neuen Preissystem gehe es nicht um einen Kampf um Marktanteile, sagte ein Allianz-Sprecher am Freitag in München. "Wir zetteln keinen Preiskrieg an." Es sollten künftig individuelle Faktoren bei Neuverträgen stärker berücksichtigt werden.

Für einige Kunden werde die neu abgeschlossene Versicherung so sicher billiger, bei anderen könne es aber auch teurer werden. Daher können die Autofahrer in Deutschland offenbar nicht darauf hoffen, dass die Tarife auf breiter Front deutlich nachgeben.

Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, der Marktführer wolle seine Tarife drastisch senken und dabei vor allem die von der HUK-Coburg umworbenen Beamten und den öffentlichen Dienst in den Blick nehmen. Laut Berechnungen von Wettbewerbern gebe es Preissenkungen von bis zu 30 %. Die Allianz entgegnete, bei solchen Beispielen müsse es sich um "absolute Extremfälle" handeln. Die Autoversicherung müsse für den Allianz-Konzern Geld verdienen, sagte der Sprecher. Daher werde man sich keine Marktanteile erkaufen. In der Branche sorgte das neue Preismodell aber für Unruhe.

BDV Empfiehlt Genaues Hinschauen

Der Bund der Versicherten (BDV) riet den Verbrauchern, bei den einzelnen Tarifen genau hinzuschauen. Grundsätzlich sei das Prämienniveau in Deutschland derzeit gemessen am Schaden-Bedarf und den Beitragseinnahmen "da, wo es hingehört", sagte Thorsten Rudnik vom BDV. "Spielraum für große Beitragssenkungen auf breiter Front haben die Versicherer nicht." Preissenkungen von bis zu 30 % würden sicher an anderer Stelle wieder ausgeglichen. "Die Allianz hat nichts zu verschenken im Bereich Kfz." Insgesamt werde das Gesamt-Prämienniveau des Versicherers daher voraussichtlich kaum sinken.

Die Allianz ist mit einem Anteil von knapp 18 % Marktführer in Deutschland. Die Zahl der versicherten Fahrzeuge sank im vergangenen Jahr um fast 200 000 auf 8,8 Mill. Autos. Das Preissystem werde regelmäßig justiert, sagte der Sprecher. Künftig würden individuelle Faktoren noch stärker berücksichtigt. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie viele Kilometer ein Kunde im Jahr fährt und ob er eine Garage hat.

Der Allianz-Sprecher ließ offen, wie stark die Neu-Tarife insgesamt durch das neue System sinken könnten. Dies lasse sich noch nicht abschätzen. "Wir wissen nicht, wie die Kunden das Angebot annehmen."

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