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Roundup 2: Banken geben grünes Licht für Karstadt-Quelle-Kredite

Die Banken haben im Ringen um die Sanierung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns grünes Licht für eine langfristige Kreditverlängerung gegeben. "Ich gehe davon aus, dass die Verträge unterschrieben werden", sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe am Mittwoch in Essen.

dpa-afx ESSEN. Die Banken haben im Ringen um die Sanierung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns grünes Licht für eine langfristige Kreditverlängerung gegeben. "Ich gehe davon aus, dass die Verträge unterschrieben werden", sagte Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe am Mittwoch in Essen. Mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) hätten die beiden letzten der insgesamt 16 Banken der Kreditverlängerung über 1,75 Mrd. Euro zugestimmt. Die Unterschriften werden noch vor der Hauptversammlung erwartet, die am Montag eine Kapitalerhöhung über 500 Mill. Euro beschließen soll.

"Unter strengem Konsortialvorbehalt wird die Lbww sich nicht mehr verwehren", sagte Sprecher Stefan Schütz in Stuttgart. Voraussetzung für ein Engagement der Bank sei es, dass alle beteiligten Institute mitzögen und niemandem Sonderkonditionen eingeräumt würden. "Wir werden uns an den Maßnahmen beteiligen", sagte ein Nord LB-Sprecher in Hannover. Die beiden Landesbanken, die mit lediglich je 25 Mill. Euro beim Essener Konzern engagiert sind, hatten nach Angaben aus Branchenkreisen bislang eine Einigung unter den Gläubigerbanken behindert.

Wichtiger Meilenstein

Karstadt-Quelle hat damit einen Meilenstein bei der Finanzierung des Sanierungskurses geschafft. Die Verlängerung der Kreditlinie, die bislang nur bis Silvester steht, gilt als entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Kapitalerhöhung über die Bühne geht. Diese ist wiederum nötig, damit Karstadt-Quelle nicht Insolvenz anmelden muss: Wegen der Milliardenverluste war das Eigenkapital des Konzerns zu Ende September auf knapp 83 Mill. Euro zusammengeschrumpft, das entspricht einer Eigenkapitalquote von nur noch 0,9 Prozent.

Vor einer Woche hatte die Unternehmensberatung Roland Berger in einem von den Banken beauftragten Gutachten grünes Licht für den Sanierungsplan des Warenhauskonzerns gegeben. Das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) geforderte Gutachten sei für die Banken bereits bei der Vorlage das entscheidende Zusagekriterium gewesen, hieß es in Bankenkreisen. Das Restrukturierungskonzept greife an die richtigen Hebel und sei geeignet, die bisherigen Verlustursachen im Karstadt-Quelle-Konzern zu beseitigen, hieß es in dem Gutachten.

Verhandlungen Über Weitere Finanzierung

Karstadt-Quelle verhandelt auch noch mit mehreren Geldgebern über eine zusätzliche Finanzierung von rund 500 Mill. Euro als "Puffer". Gespräche über die zusätzliche Finanzierung laufen nach Angaben aus Bankenkreisen mit dem britischen Geldhaus Barclays, der US-Investmentbank Goldman Sachs, aber auch mit weiteren potenziellen Geldgebern. Sollte der Karstadt-Quelle-Vorstand die zusätzlichen Mittel erhalten, müssten Randaktivitäten wie die Logistiksparte und die Einzelhandelsketten Sinn-Leffers, Runner's Point oder Wehmeyer nicht unter Druck verkauft werden.

Karstadt-Quelle will mit einem radikalen Sparprogramm und dem Verkauf von Unternehmensteilen die Existenzkrise überstehen. Unter anderem sollen 77 kleinere Warenhäuser ausgelagert und verkauft werden. Die Beschäftigten stimmten für die nächsten drei Jahre empfindlichen Lohneinbußen und dem Abbau von 5 500 der rund 100 000 Stellen zu. Dadurch sollen 760 Mill. Euro eingespart werden.

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