Archiv
Roundup 2: Bayer-Aktien trotz Ergebnissprung unter Druck - Pharma enttäuscht

Trotz eines überraschend kräftigen operativen Ergebnissprungs im zweiten Quartal sind die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Insbesondere das Pharmageschäft hat nach Einschätzung von Analysten enttäuscht. Auch der drohende Abstieg aus dem Dow Jones Stoxx 50 belastet. Bayer-Aktien rutschten in einem schwachen Marktumfeld in die Gruppe der größten DAX-Verlierer ab.

dpa-afx LEVERKUSEN. Trotz eines überraschend kräftigen operativen Ergebnissprungs im zweiten Quartal sind die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Insbesondere das Pharmageschäft hat nach Einschätzung von Analysten enttäuscht. Auch der drohende Abstieg aus dem Dow Jones Stoxx 50 belastet. Bayer-Aktien rutschten in einem schwachen Marktumfeld in die Gruppe der größten DAX-Verlierer ab.

Gestützt auf ein kräftiges Wachstum seines Pflanzenschutzgeschäfts steigerten die Leverkusener das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten im zweiten Quartal zwar um 44,1 % auf 660 Mill. ?. Die elf von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten hatten im Durchschnitt lediglich 567 Mill. ? erwartet. Der Konzern hat nach Einschätzung von Analysten insgesamt gleichwohl eine gemischte Quartalsbilanz präsentiert. Die Aktie gab 2,60 % auf 20,96 ? nach, während der DAX 0,86 % auf 3 805,75 Punkte einbüßte.

'Dauerbaustelle Pharma'

Die Experten von JP Morgan und Merrill Lynch beurteilten das Pharmageschäft übereinstimmend kritisch. Dort lauerten nach wie vor die Gefahren, schreibt Merrill Lynch. Auch Helabatrust-Analyst Dennis Nacken zeigte sich insgesamt "leicht enttäuscht". Das Nettoergebnis sei wegen hoher Sonderbelastungen lediglich stabil geblieben und das Pharmageschäft bleibe "eine Dauerbaustelle". Für Analyst Oliver Schwarz von der Baden Bank-Württembergischen waren die Probleme im Pharmageschäft allerdings absehbar.

Wegen der wachsenden Konkurrenz beim stärksten Umsatzträger, dem Breitbandantibiotikum Cipro, und den hohen Einführungskosten für das Potenzmittel Levitra ging der Ertrag im Gesundheitsgeschäft deutlich zurück. Allein der Cipro-Umsatz brach im zweiten Quartal um 54,4 % auf 202 Mill. ? ein. Aus Sicht von Schwarz trübe das den positiven Gesamteindruck aber nicht. "Die Zahlen bestätigen die gute Entwicklung des Unternehmens."

Konzernchef Wenning: Geschäftsverlauf 'Ermutigend'

Auch Konzernchef Werner Wenning hält den Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten des Jahres für "ermutigend". Im zweiten Halbjahr dürfte sich diese "erfreuliche Entwicklung" fortsetzen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle 2004 weiterhin um mehr als 10 % gesteigert werden. Die neue strategische Ausrichtung und die damit verbundenen Maßnahmen trügen Früchte, sagte Wenning.

Trotz der erheblich gestiegenen Rohstoffkosten soll das um Sondereinflüsse bereinigte Ebit im zweiten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Einschätzung von Wenning deutlich verbessert werden. Die Entwicklung im Juli bestätige diese Annahme. Im ersten Halbjahr legte das bereinigte Ebit um 14,5 % auf 1,487 Mrd. ? zu. Für das Gesamtjahr hatte der Konzern bisher mindestens 1,520 Mrd. ? angepeilt.

Schub BEI Zyklischem Geschäft

Auch das zyklische Chemiegeschäft mit hochwertigen Materialien (Materialscience) und der Chemietochter Lanxess haben im zweiten Quartal zur Ertragssteigerung beigetragen. Die Nachfragebelebung im Industriegeschäft habe einen Schub gegeben, sagte Wenning. Im Pflanzenschutzgeschäft wirke sich der Umsatzanstieg sowie die Realisierung weiterer Synergien aus der Integration von Aventis Cropscience positiv aus.

Der Konzernumsatz legte im zweiten Quartal überraschend deutlich um 4,5 % auf 7,583 Mrd. ? zu. Analysten hatten mit 7,329 Mrd. ? gerechnet. Währungs- und portfoliobereinigt erhöhte sich der Umsatz um 7,9 %. Der Quartalsüberschuss verharrte im zweiten Quartal wegen hoher Sonderbelastungen auf dem Vorjahresstand von 128 Mill. ?. Die befragten Experten hatten mit 187 Mill. ? gerechnet.

Die Stagnation beim Quartalsüberschusses sollte nach Einschätzung der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP)-Analystin Silke Stegemann wegen einmaliger Belastungen unterdessen nicht überbewertet werden. Der Konzern sei "strategisch auf dem richtigen Weg".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%