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Roundup 2: Bayer-Aktionäre erhalten für zehn eigene Aktien eine Lanxess-Aktie

Bei der geplanten Abspaltung der neuen Chemiegesellschaft Lanxess sollen die Aktionäre der Bayer AG für jeweils zehn Bayer-Aktien eine Lanxess-Aktie erhalten. Der Lanxess-Börsengang sei für Anfang 2005 geplant, teilte Bayer am Mittwoch in Düsseldorf mit. Damit bestätigte das Unternehmen einen Pressebericht vom vergangenen Monat. Die Aktionäre sollen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 17. November grünes Licht für den Börsengang des neuen MDax-Aspiranten geben.

dpa-afx DÜSSELDORF. Bei der geplanten Abspaltung der neuen Chemiegesellschaft Lanxess sollen die Aktionäre der Bayer AG für jeweils zehn Bayer-Aktien eine Lanxess-Aktie erhalten. Der Lanxess-Börsengang sei für Anfang 2005 geplant, teilte Bayer am Mittwoch in Düsseldorf mit. Damit bestätigte das Unternehmen einen Pressebericht vom vergangenen Monat. Die Aktionäre sollen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 17. November grünes Licht für den Börsengang des neuen MDax-Aspiranten geben.

Desweiteren habe Lanxess eine Pflichtwandelanleihe über 200 Mill. Euro an die Bayer AG begeben, hieß es weiter. Die Laufzeit betrage maximal drei Jahre und eine Wandlung in Lanxess-Aktien sei frühestens am 20. Juli 2005 möglich. Mit der Pflichtwandelanleihe will Bayer die Finanzierungsausstattung und das Rating von Lanxess unterstützen, hieß es. Bayer strebt für Lanxess ein Investment-Grade-Rating im Bereich "BBB"-Bereich an.

Analysten und Händler bezeichneten die Modalitäten der Abspaltung der Chemietochter Lanxess als "wenig überraschend". Dass die Aktionäre im Zuge der Abspaltung für jeweils zehn Bayer-Aktien eine Lanxess-Aktie erhalten sollen, sei erwartet worden, hieß es bei der Helaba. Auch dass sich mit einer von Bayer erworbenen Pflichtwandelanleihe über 200 Mill. Euro die Finanzausstattung von Lanxess verbessere, sei keine kursbewegende Nachricht. Leicht negativ könnte hingegen die eventuell erst für 2006 erwartete Dividende wirken, führte Stefan de Schutter von der alpha Wertpapierhandels AG an. Bayer hatte nicht ausgeschlossen, dass Lanxess für die Geschäftsjahre 2004 und 2005 keine Dividenden zahlen wird.

Die Bayer-Aktie verlor am Mittag 0,48 Prozent auf 23,02 Euro. Der Dax fiel gleichzeitig um 0,19 Prozent auf 4 040,94 Punkte.

Liefer- und Leistungsbeziehungen Bleiben Bestehen

Auch nach der Abspaltung wollen Bayer und Lanxess an ihren Liefer- und Leistungsbeziehungen festhalten. Die entsprechenden Verträge hätten Laufzeiten von ein bis sieben Jahren und teilweise eine exklusive Lieferbeziehungen, hieß es. Des weiteren werden die beiden Unternehmen den Angaben zufolge Chemiestandorte in der Zukunft weiter betreiben. Lanxess wird dabei erhebliche Teile des Bayer-Stammwerks in Leverkusen nutzen, wo etwa 5 200 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig seien. Insgesamt beschäftige Lanxess rund 20 000 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Der Bayer-Konzern werde nach der Abspaltung weltweit noch rund 93 500 Beschäftigte haben, davon 37 800 in Deutschland.

BEI Bayer Fallen Einmalkosten VON 75 Millionen Euro AN

Die Bündelung der Chemie- und Polymeraktivitäten im Teilkonzern Lanxess und dessen Abspaltung führten Unternehmensangaben zufolge zu Einmalkosten von etwa 75 Mill. Euro. Diese Kosten werde Bayer tragen und im Geschäftsjahr 2004 verbuchen.

Mit der Abspaltung von Lanxess wird das von Vorstand und Aufsichtsrat im November 2003 beschlossene und von der Hauptversammlung im April 2004 bestätigte Konzept zur strategischen Neuausrichtung des Bayer-Konzerns umgesetzt. Damit trennt sich Bayer vom überwiegenden Teil des Chemie- und rund einem Drittel des Polymergeschäfts, um sich auf die Kernbereiche Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien zu konzentrieren. Das operative Geschäft nehmen dabei die Teilkonzerne Bayer Healthcare, Bayer Cropscience und Bayer Materialscience wahr. Dagegen verfügt Lanxess über ein umfangreiches Portfolio an Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymeren.

Lanxess-Halbjahreszahlen

Im ersten Halbjahr sei ein Konzernverlust von drei Mill. Euro entstanden, teilte Bayer mit. Der Umsatz lag bei 3,28 Mrd. Euro nach 3,247 Mrd. Euro im Vorjahr. Der in Lanxess zusammengefasste Bereich verbuchte in diesem Zeitraum beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 80 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen hier noch einen Verlust von 39 Mill. Euro eingefahren. Die Nettoverschuldung einschließlich Pensionsverpflichtungen werde voraussichtlich 1,5 Mrd. Euro betragen.

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