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Roundup 2: Bayer kauft OTC-Geschäft von Roche - Analyst: 'nicht überteuert'DPA-Datum: 2004-07-19 09:44:05

(dpa-AFX) Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer < BAY.ETR > hat das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten des Schweizer Pharmakonzerns Roche Holding < ROG.VTX > < Rho5.FSE > gekauft. Der Kaufpreis betrage 2,38 Milliarden Euro, teilten beide Konzerne am Montag in Leverkusen und Basel mit. Analysten bewerten den Schritt aus strategischer Sicht positiv. Der Kaufpreis liege aber eher am "oberen Ende der Erwartungen".

(dpa-AFX) Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer < BAY.ETR > hat das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten des Schweizer Pharmakonzerns Roche Holding < ROG.VTX > < Rho5.FSE > gekauft. Der Kaufpreis betrage 2,38 Milliarden Euro, teilten beide Konzerne am Montag in Leverkusen und Basel mit. Analysten bewerten den Schritt aus strategischer Sicht positiv. Der Kaufpreis liege aber eher am "oberen Ende der Erwartungen".

Bayer steigt mit dem Kauf in die Gruppe der drei weltweit führenden Anbieter für verschreibungsfreie Arzneien auf. Derzeit liegen die Leverkusener an sechster Stelle. Roche will sich künftig auf die Sparten verschreibungspflichtige Medikamente und Diagnostika konzentrieren.

Positiver Ergebnisbeitrag AB 2006

Die Transaktion soll Bayer zufolge bis zum Jahreswechsel abgeschlossen werden. Der Kauf bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden. Zunächst werde der Kauf das Ergebnis belasten. Es seien Einmalaufwendungen von 300 Millionen Euro zu erwarten und 2005 werde der Gewinn je Aktie (EPS) um 0,25 Euro geschmälert. Ab 2006 werde ein positiver Ergebnisbeitrag erwartet. Das Synergiepotenzial betrage 100 bis 120 Millionen Euro pro Jahr. Dieses soll innerhalb von drei Jahren stufenweise realisiert werden.

"Es ist unser erklärtes Ziel, unser OTC-Geschäft weiter auszubauen und die Nummer eins weltweit zu werden. Mit der Übernahme sind wir unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen", sagte Bayer-Chef Werner Wenning. Die beiden Produkt-Paletten ergänzten sich ideal. Das erworbene Geschäft verfüge über "ein erhebliches Wertpotenzial".

Bayer-Aktie Gibt Nach

Bayer hatte mehrfach die Absicht erklärt, das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien (OTC) auszubauen und damit die Ertragskraft des Konzerns zu stärken. Analysten begrüßten dies grundsätzlich. Allerdings war im Vorfeld der Transaktion ein etwas geringerer Kaufpreis genannt worden.

Die Bayer-Aktie gab in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt am Montag um 0,85 Prozent auf 22,06 Euro nach. Die Roche-Aktie sank um 0,20 Prozent auf 123,75 Schweizer Franken.

'Kaufpreis Nicht Überteuert'

"Der Kaufpreis ist nicht überteuert", sagte Analyst Swen Dopke von M.M. Warburg & Co. Angesichts 2006 erwarteter positiver Ergebnisbeiträge erscheine der Kaufpreis vertretbar. Darüber hinaus sei der Schritt "von herausragender strategischer" Bedeutung. Auch Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz begrüßte den Kauf "aus strategischen Gesichtspunkten". Die Finanzierung halten beide Experten angesichts von liquiden Mitteln von 2,6 Milliarden Euro Ende des ersten Quartals für "kein Problem". Bayer selbst hatte die eigene Finanzausstattung als "solide Basis" bezeichnet.

Die Übernahme umfasst auch den Roche-Anteil am bestehenden Gemeinschaftsunternehmen in den USA. Ausgenommen ist allerdings das OTC-Geschäft der Roche-Mehrheitsbeteiligung Chugai (Japan). Das fusionierte Geschäft erwirtschaftet in 120 Ländern mit 6.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Derzeit setzt Bayer mit OTC-Produkten wie Aspirin oder Alka-Seltzer rund 1 Milliarde Euro um.

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