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Roundup 2: Bilfinger will trotz Panne in USA Überschuss bis 2007 verdoppeln

Der Baukonzern Bilfinger Berger hält trotz des Rückschlags im laufenden Jahr durch Schwierigkeiten bei einem US-Bauprojekt an seiner Wachstumsstrategie fest. In den ersten neun Monaten 2004 wurden die Ergebnisse von höheren Vorsorgeaufwendungen für das US-Bauprojekt geschmälert.

dpa-afx MANNHEIM. Der Baukonzern Bilfinger Berger hält trotz des Rückschlags im laufenden Jahr durch Schwierigkeiten bei einem US-Bauprojekt an seiner Wachstumsstrategie fest. In den ersten neun Monaten 2004 wurden die Ergebnisse von höheren Vorsorgeaufwendungen für das US-Bauprojekt geschmälert.

Im nächsten Jahr werde das operative Ergebnis kräftig steigen und der Überschuss bis 2007 verdoppelt, kündigte der Vorstandsvorsitzende der im MDax gelisteten Gesellschaft, Herbert Bodner, am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz an. Die Aktie löste sich von ihrer Vormittagsschwäche und setzte sich am Nachmittag mit einem Plus von 2,04 Prozent auf 28,06 Euro in die Spitzengruppe des Nebenwerteindex.

Ergebnis-Ziele

Als Messlatte für 2005 gelte die vor der Vorsorge in den USA ursprünglich ausgegebene Zielgröße beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2004 von 115 Mill. Euro. Diese werde der zweitgrößte deutsche Baukonzern übertreffen, sagte Bodner.

Auch beim Konzerngewinn sei eine deutliche Steigerung zu erwarten. Bis zum Jahr 2007 soll das Konzernergebnis auf 100 Mill. Euro oder mehr klettern. Dabei dürfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern Ebit in der Region von 200 Mill. Euro liegen. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Ebit(A) von mehr als 80 Mill. Euro und einem Konzerngewinn von rund 50 Mill. Euro.

Dividende 2004 Über 65 Cent JE Aktie

Den Aktionären stellte Bodner darüber hinaus trotz der US-Baustellenpanne eine Dividende von mehr als 65 Cent je Aktie für 2004 in Aussicht. Die Vorfälle in den USA trübten zwar das Jahres-Ergebnis, gäben aber keinen Anlass für eine Änderung der Dividendenpolitik, sagte der Bilfinger-Chef. Die Dividendenpolitik bleibe von Kontinuität geprägt. Für das vergangene Jahr hatte die Gesellschaft eine Dividende von 65 Cent je Aktie und zusätzlich einen Bonus von 65 Cent je Aktie (Buderus-Verkauf) ausgeschüttet.

In den ersten neun Monaten des Jahres haben höhere Vorsorgeaufwendungen für ein US-Bauprojekt das operative Ergebnis deutlich auf 25 Mill. Euro (Vorjahreszeitraum 41 Mio) gedrückt. Die Belastungen durch die Baustelle des Maumee River Crossing im US-Bundesstaat Ohio seien allerdings durch "erhebliche Ergebnisverbesserungen" in anderen Bereichen aufgefangen worden, sagte Bodner. Das bereinigte Konzernergebnis sank im Berichtszeitraum um neun Mill. Euro auf 14 Mill. Euro, während die Leistung um elf Prozent auf 4,516 Mrd. Euro kletterte.

Ergebnistreiber Dienstleistungen

Insbesondere das Dienstleistungsgeschäft stach im Berichtszeitraum mit einem operativen Ergebnisbeitrag von 36 Mill. Euro (Vorjahr: 26 Mio) und einer um 23 Prozent auf 1,189 Mrd. Euro höheren Leistung positiv hervor. Für 2004 rechnet Bodner in diesem Geschäftsfeld mit einer Leistung von 1,550 Mrd. Euro. Insgesamt wollen die Mannheimer die Bauleistung auf über sechs Mrd. Euro deutlich steigern.

Wegen der Schwierigkeiten bei einer US-Baustelle führe Bilfinger "konstruktive Gespräche" mit dem Kunden. Bilfinger komme dem Verlangen des Staates Ohio zum Einsatz anderer Montagetechniken nach und beschaffe derzeit drei Ersatzgeräte. Der vertraglich gesetzte Endtermin für die Baustelle im Oktober 2006 dürfte erreicht werden. Mit der getroffenen Vorsorge für das US-Bauprojekt in Höhe von 50 Mill. Euro sieht sich Bodner nach derzeitigem Stand der Dinge auf "der sicheren Seite".

Optionen FÜR Nutzung DES Finanziellen Spielraums Offen

Bei der Wiederaufnahme der Arbeiten mit dem Verlegegerüst zur Herstellung der Vorlandbrücken war es im Oktober wegen menschlichen Versagens zu einem Zwischenfall gekommen. Daraufhin hatte der Konzern eine Gewinnwarnung ausgesprochen und die Risikovorsorge für das Projekt um 30 Mill. Euro auf 50 Mill. Euro erhöht. Im Februar hatte es bereits einen schweren Unfall mit dem Gerüst gegeben.

Für den Einsatz seines finanziellen Spielraums nach dem Buderus-Anteilsverkauf hält sich Bilfinger unterdessen weiterhin alle Optionen offen. Neben strategischen Akquisitionen und Investitionen in neue Betreiberprojekte blieben eventuell auch Aktienrückkäufe möglich. Der Konzern will sein internationales Baugeschäft und die Immobilien- und Industriedienstleistungen weiter ausbauen. Darüber hinaus seien weitere Investitionen in Betreiberprojekte (BOT) ein strategisches Ziel.

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