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Roundup 2: Blackstone signalisiert Interesse an Karstadt-Quelle-Immobilien

Die US-Investmentgesellschaft Blackstone hat Interesse an der Übernahme von Immobilien der Karstadt-Quelle AG signalisiert. "Wir wären enttäuscht, wenn wir nicht angesprochen werden würden", sagte Hanns Ostmeier, Geschäftsführer von Blackstone Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Konkrete Verhandlungen gebe es aber nicht. An einer Komplettübernahme des angeschlagenen Kaufhaus- und Versandkonzerns sind die Amerikaner nicht interessiert.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Investmentgesellschaft Blackstone hat Interesse an der Übernahme von Immobilien der Karstadt-Quelle AG signalisiert. "Wir wären enttäuscht, wenn wir nicht angesprochen werden würden", sagte Hanns Ostmeier, Geschäftsführer von Blackstone Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Konkrete Verhandlungen gebe es aber nicht. An einer Komplettübernahme des angeschlagenen Kaufhaus- und Versandkonzerns sind die Amerikaner nicht interessiert.

Spekulationen über ein mögliches Angebot der US-Investmentgesellschaft Blackstone hatten im späten Handel für einen Kursschub der Karstadt-Quelle-Aktie gesorgt. Die Aktie schloss 25,17 Prozent fester mit 14,32 Euro. Blackstone könne für das gesamte Unternehmen wie auch für Teile bieten, hatte die Nachrichtenagentur "Bloomberg" Chad Pike, zuständig für das europäische Immobiliengeschäft von Blackstone, zitiert. Blackstone-Sprecher John Ford wies dies zurück: "Es ist nicht wahr, dass wir bieten."

Keine Anfrage

Aus Karstadt-Kreisen verlautete: "Es gibt bisher keine offizielle Anfrage von Blackstone; und auch ein Verkauf von Karstadt-Quelle als Ganzes kommt nicht in Frage." Blackstone werde behandelt wie jeder andere auch. Es gebe ein großes Interesse an den Immobilien von Karstadt. Die Liste der Unternehmensteile, die zum Verkauf stünden, habe Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach bereits genannt. Für alle Teile gebe es Bewerber - so hätten an dem Logistikbereich die DHL, Kühne & Nagel sowie Fiege Interesse. "Zum Zuge kommt derjenige mit dem besten Angebot", hieß es.

Karstadt-Quelle hat ein umfangreiches Sanierungsprogramm eingeleitet, dem bis zu 30 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. Konzernchef Achenbach will 77 kleinere Warenhaus-Filialen von insgesamt 181 Häusern ausgliedern und verkaufen. Vor einem Treffen mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) unterstrich der Vorstandsvorsitzende, dass Karstadt-Quelle nicht vor der Pleite steht. "Weder sind wir insolvent, noch werden wir insolvent werden", sagte Achenbach.

Solidarpakt

Bei den Rettungsbemühungen für den angeschlagenen Warenhauskonzerns stellen die Arbeitnehmer Vorbedingungen für einen Solidarpakt mit dem Management. Nach Angaben der stellvertretenden ver.di-Vorsitzenden Franziska Wiethold sind Betriebsrat und Gewerkschaft zwar als Gegenleistung für eine Beschäftigungs- und Standortsicherung zum Verzicht auf übertarifliche Leistungen bereit.

Darüber hinausgehende Kürzungen wie auch längere Arbeitszeiten lehnt die Arbeitnehmerseite aber ab. Zudem müssten betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden, verlangte Wiethold in Frankfurt. Ferner sollten die 77 zum Verkauf vorgesehenen kleineren Warenhäuser im Karstadt-Konzern bleiben. Für den Fall, dass andere Bereiche wie zum Beispiel die Logistik verkauft werden, müsse der Käufer eine Garantie für Beschäftigung, Standorte und Tarifbindung abgeben.

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