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Roundup 2: Bochumer Opel-Arbeiter entscheiden über Arbeitsaufnahme

Die Bochumer Opel-Arbeiter wollen am Vormittag über ein Wiederanfahren der Produktion entscheiden. Zur Abstimmung versammelt sich fast die gesamte Belegschaft von 9 600 Beschäftigten mit dem Betriebsrat im Kongresszentrum Ruhrcongress.

dpa-afx BOCHUM. Die Bochumer Opel-Arbeiter wollen am Vormittag über ein Wiederanfahren der Produktion entscheiden. Zur Abstimmung versammelt sich fast die gesamte Belegschaft von 9 600 Beschäftigten mit dem Betriebsrat im Kongresszentrum Ruhrcongress. Nur eine Notbesetzung von rund 35 Demonstranten werde weiter die Tore blockieren, sagte ein Vertrauensmann der Arbeiter. Die Abstimmung soll geheim erfolgen. Wie die Entscheidung ausfällt ist weiter unklar.

Nach Angaben des Betriebsrats gibt es jedoch positive Signale von der Belegschaft für den Stopp der Protestaktionen. Bei der Versammlung werden sowohl der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes Dietmar Hahn sowie der Bochumer IG-Metallchef Ludger Hinse sprechen. Ein Vertrauensmann der Belegschaft sei nicht als Redner eingeplant, sagte ein Betriebsrat.

Ausschluss Betriebsbedingter Kündigungen Gefordert

Die am Dienstag verkündete Erklärung von Gesamtbetriebsrat und Opel-Management, die Werke in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern langfristig zu erhalten, lehnt die Belegschaft ab. Die Bochumer Arbeiter fordern weiter den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Dies solle ihnen schriftlich zugesichert werden, sagte ein Vertrauensmann.

Gegen einen drohenden Stellenabbau hatten am Dienstag rund 50 000 Menschen an den Standorten von Opel und anderen Töchtern von General Motors (GM) in Europa protestiert. Im Bochumer Opelwerk besetzen Teile der Belegschaft am Abend weiter die Werkstore. Andere sollen zur Spätschicht allerdings an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sein.

Betriebsrat: Solide Basis FÜR Verhandlungen

Betriebsratschef Dietmar Hahn hatte am Dienstag von einer soliden Basis für die Verhandlungen mit dem Opel-Management berichtet. Die Gespräche würden mit dem Ziel geführt, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und die deutschen Opel-Standorte langfristig zu sichern.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) begrüßte in Berlin, dass die Verhandlungen bei Opel begonnen hätten. Im ZDF -"heute journal" zeigte er sich optimistisch, dass der Standort Bochum erhalten werden kann. Ohne Arbeitsplatzabbau dürfte das nicht vonstatten gehen, "aber das wird hoffentlich einigermaßen steuerbar sein", sagte Clement. Er glaube, dass beim Management mehr Vernunft einziehe.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte im Zusammenhang mit der Krise bei Opel weitergehende Reformmaßnahmen, um den Industriestandort Deutschland zu sichern. Stoiber plädierte in einem Interview der "Bild"-Zeitung für eine Gemeinschaftsanstrengung, wie "etwas mehr Arbeitszeit und etwas weniger Urlaub. Weniger Steuern und Abgaben. Etwas weniger Macht für Konzern- und Gewerkschaftszentralen und mehr Verantwortung für Betriebe vor Ort." Über die drohenden Massenentlassungen bei Opel debattiert heute (Mittwoch) auch der Bundestag.

Managementfehler BEI GM

Nach Ansicht des ehemaligen Vize-Präsidenten von GM-Europe, Hans-Wilhelm Gäb, ist die Krise bei Opel durch jahrelange Managementfehler bei der Konzernmutter GM mitverursacht worden. "Die Tatsache, dass die Fabriken jetzt nicht ausgelastet sind, ist nicht allein durch die Konjunktur im Automobilgeschäft begründet." Jahrelang seien Versäumnisse begangen worden, sagte Gäb dem ZDF-Magazin Frontal 21.

In einem Brief an die IG Metall hatte das Unternehmen sich zu einer Lösung bereit erklärt, die die Fortführung der gefährdeten Standorte über 2010 hinaus sichert. "In den Verhandlungen verfolgen beide Parteien das erklärte Ziel, die Standorte Rüsselsheim und Bochum so weit wettbewerbsfähig zu machen, dass sie über 2010 hinaus als Automobilwerke erhalten werden können. Dies bezieht sich sinngemäß auch auf das Werk Kaiserslautern."

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